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Herrenbergs Partnerstädte haben gewählt


Am vergangenen Sonntag, 27. Juni, lief die entscheidende zweite Runde der französischen Regional- und Departementswahlen. In den beiden Partnerstädten Herrenbergs und Gültsteins – Tarare und Amplepuis – wurde das Vertrauen in das bürgerlich-konservative Lager bestätigt. Der Bürgermeister von Tarare, Bruno Peylachon, trat bei den Departementswahlen zusammen mit Annick Lafay als Kandidatenduo an und wurde mit deutlicher Mehrheit im Amt bestätigt.

Oberbürgermeister Thomas Sprißler gratuliert seinem französischen Amtskollegen zum Erfolg bei den Departementswahlen: „Ich freue mich, dass das Duo Peylachon/Lafay für weitere sechs Jahre unsere Partnerstadt Tarare und deren Umland vertritt.“

Nur wenige Kandidatinnen und Kandidaten konnten die Wahl bereits im ersten Durchgang am 20. Juni für sich entscheiden. Insbesondere bei der Wahl der Departementräte mussten fast alle gemischtgeschlechtlichen Kandidatenpaare, Binome genannt, in die Stichwahl gehen, so auch in Tarare und Amplepuis.

Im Kanton Tarare erzielte das Spitzen-Duo Bruno Peylachon/Annick Lafay (Bürgermeisterin von Les Sauvages) von der Union der Rechten beim zweiten Durchgang schließlich knapp 77 Prozent der Stimmen. Das Duo Eric Bouhana/Kristin Zimmermann von der Vereinigten Linken holte bei der Stichwahl rund 23 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 31 Prozent. Auch im Kanton Thizy-Bourg, zu dem Gültsteins Partnerstadt Amplepuis gehört, setzte sich das Favoriten-Duo Colette Darphin/Patrice Verchère von der Union der Rechten in der Stichwahl mit knapp 80 Prozent durch. Das Duo Pascale Cerricchiaro/Aymeric Hergott von der Vereinigten Linken erreichte rund 21 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag hier bei knapp 35 Prozent.

Regionalwahlen

Bei der Wahl des Regionalrats der Region Auvergne-Rhône-Alpes, zu der beide Partnerstädte gehören, waren zahlreiche Listen angetreten. Am ersten Wahlsonntag war in Tarare die Liste der Union der Rechten auf knapp 54 Prozent der Stimmen gekommen, klar vor der Liste des rechtspopulistischen Rassemblement National (rund 13 Prozent) und der Vereinigten Linken (rund 12 Prozent). Ähnlich die Ergebnisse in Amplepuis: Hier hatte die Liste der Union der Rechten knapp 60 Prozent erreicht, der Rassemblement National kam auf knapp 11 Prozent und die Vereinigte Linke auf rund 10 Prozent.

Und auch bei der Stichwahl am 27. Juni gab es in beiden Partnerstädten klare Mehrheiten für die bürgerliche Rechte, die unter dem Motto „La Région avec toutes ses forces“ („Die Region mit all ihrer Kraft“) angetreten war. Diese Liste gewann auch die Wahl der gesamten Region Auvergne-Rhône-Alpes. Somit dürften neben Bruno Peylachon und Annick Lafay auch Colette Darphin und Patrice Verchère in das Regionalparlament einziehen.


Gut zu wissen

Regional- und Departementswahlen

In 13 Regionen Zentralfrankreichs, vier Regionen in Übersee und 95 Departements wurden am 20. Juni 2021 (erster Wahlgang) und 27. Juni 2021 (zweiter Wahlgang) 1.910 Regional- und 4.108 Departementsräte für die kommenden sechs Jahre gewählt. Turnusgemäß hätten die Wahlen bereits im März stattfinden müssen, aufgrund der Pandemie wurden sie jedoch verschoben. Die Wahlbeteiligung lag bei 33 Prozent. Sieger der diesjährigen Regionalwahlen sind Republikaner und Sozialisten; die Parteien von Macron (La République en Marche) und LePen (Rassemblement National) verlieren deutlich. Die Regionalwahlen gelten als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.

Wahl der Regionalräte

Die Wahl der Regionalräte erfolgt nach einem Verhältniswahlsystem. Um gewählt werden zu können, müssen sich die Kandidaten einer Wahlliste anschließen oder selbst eine bilden. Per Gesetz müssen auf jeder Liste gleich viele weibliche und männliche Kandidaten vertreten und ihre Reihenfolge alternierend sein. Erreicht eine Liste im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, ist kein zweiter Wahlgang erforderlich.

Wahl der Departementräte

Die Wahl der Departementräte (französisch: Conseil général) erfolgt nach dem Mehrheitswahlsystem, wobei seit 2015 eine Kandidatur in einem Wahlkreis nur als gemischtgeschlechtliches Duo möglich ist. In einem Wahlkreis auf Departement-Ebene, dem sogenannten Kanton, werden demnach eine Kandidatin und ein Kandidat gemeinsam direkt gewählt.

Tarare und Amplepuis

Die Partnerstädte von Herrenberg (Tarare) und Gültstein (Amplepuis) liegen beide im Departement Rhône in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Der Kanton Tarare ist ein französischer Wahlkreis und umfasst 18 Gemeinden, dessen Hauptort Tarare (rund 10.500 Einwohner) ist. Amplepuis (zirka 5.000 Einwohner) ist die westlichste Gemeinde des Departements Rhône und gehört zum Kanton Thizy-Bourg.

Quelle: Deutsch-Französisches Institut, www.dfi.de