Nachricht

Knapp 100 Klimaschutzmaßnahmen stehen zur Debatte


Die Stadt Herrenberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis spätestens zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Hierfür wird unter Einbindung der Politik und Stadtgesellschaft ein Klimafahrplan erarbeitet. In der letzten Sitzung des Klimabeirates Ende Juni hat die Stadtverwaltung einen neuen Entwurf für das Strategiepapier vorgelegt. Dieser sieht eine Auflösung der strategischen Leitprojekte zugunsten von knapp 100 konkreten Maßnahmen vor.  

Auf Wunsch des Klimabeirates, der bei der Erarbeitung des Klimafahrplans aktiv mitwirkt, hatte die Stadtverwaltung mit Unterstützung der B.A.U.M. Consult GmbH den bisherigen Entwurf im Mai und Juni überarbeitet und neu strukturiert. Bei der letzten Sitzung des Klimabeirates stand nun die Vorstellung des neuen, rund 80 Seiten umfassenden Entwurfs auf der Agenda.

Leitprojekte werden ersetzt

Im neuen Entwurf werden die 22 Leitprojekte, die nach den Beteiligungsworkshops im März und April ausgearbeitet wurden, durch 92 Klimaschutzmaßnahmen, die neun Handlungsfeldern zugeordnet sind, ersetzt. Der Klimabeirat hatte die Leitprojekte als zu wenig konkret und unübersichtlich kritisiert. Die neue Struktur wird nicht nur von der Stadtverwaltung, sondern auch vom Klimabeirat begrüßt. „Die Leitprojekte haben sich für eine spätere Umsetzung des Klimafahrplans als nicht handhabbar erwiesen“, so Baubürgermeisterin Susanne Schreiber. Die Konkretisierung der Maßnahmen sowie eine klare Zuweisung von Beginn, Dauer, Zuständigkeiten und Aufwänden seien auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung zwingend erforderlich. Zudem sei besser nachzuvollziehen, wieviel CO2 durch die geplanten Aktivitäten eingespart werden kann.

Gutachterlich bewertet und ausgewählt

Die 92 Maßnahmen flossen auf verschiedenen Wegen in den Entwurf ein: Bürgerinnen und Bürger haben ihre Ideen in Beteiligungsworkshops oder über eine virtuelle Pinnwand eingebracht. Weitere Maßnahmen entstammen Expertengesprächen oder kommen vom Klimabeirat, von der Stadtverwaltung und B.A.U.M. Consult. Alle Maßnahmen wurden durch B.A.U.M. Consult gutachterlich bewertet und abschließend wurden 92 ausgewählt. Kriterien waren hierbei unter anderem der Beitrag zur Energieeinsparung, zur Erzeugung erneuerbarer Energien, zur regionalen Wertschöpfung, zum Bewusstseinswandel in der Bevölkerung und zur Schaffung von Grundlagen für den Klimaschutz.

Priorisierung bis Ende Juli

Wie viele der 92 Maßnahmen tatsächlich realisiert werden, soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Im nächsten Schritt werden die im Klimabeirat vertretenen Initiativen und Fraktionen die Maßnahmen prüfen und nach Dringlichkeit und Wichtigkeit priorisieren, sodass dann in der nächsten Sitzung des Klimabeirates am 22. Juli gemeinsam darüber beraten werden kann. Parallel dazu wird an einer zweiten, umfangreicheren Version des Klimafahrplans weitergearbeitet.

Weitere Abstimmungen erforderlich

Aufgrund der Neustrukturierung und der dadurch erforderlichen Ausarbeitung eines neuen Entwurfs verschiebt sich die Verabschiedung des Klimafahrplans auf das zweite Halbjahr 2021. „Leider können wir die anvisierte Verabschiedung durch den Gemeinderat vor der Sommerpause nicht halten“, bedauert Schreiber. „In den letzten Wochen ist deutlich geworden, dass die vorgesehene, knappe Zeitschiene dem komplexen Thema nicht gerecht wird.“ Insbesondere mit dem Klimabeirat und den darin vertretenen Fraktionen seien weitere Beratungen nach der Sommerpause erforderlich. „Letztendlich wird sich die weitere Abstimmungsrunde jedoch lohnen“, ist Schreiber überzeugt.

www.herrenberg.de/klimafahrplan

www.herrenberg.de/klimabeirat