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Endlich Sommerferien


Start in die großen Ferien – für die Schülerinnen und Schüler in Herrenberg bedeutet das in den meisten Fällen endlich Erholung, freie Zeit und Sommerspaß nach diesem außergewöhnlichen Schuljahr, das von der Corona-Pandemie geprägt war. In der neuen Haslacher Grundschule ist man stolz darauf, in diesen herausfordernden Zeiten den Start im neuen Schulhaus gut gemeistert zu haben.

„Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern tolle Ferien und spannende Erlebnisse, fernab der inzwischen Alltag gewordenen Videokonferenzen und dem Unterricht Zuhause vor den Bildschirmen. Dieses Schuljahr hat von allen Beteiligten viel verlangt, deshalb kommt die sechswöchige Erholungspause jetzt mehr als verdient“, betont Oberbürgermeister Thomas Sprißler.

Herausforderungen gemeinsam gestemmt

Abstand und Hygiene, Homeschooling und Wechselunterricht, dieses Vokabular hat das letzte Schuljahr geprägt. Für die Kinder an der Grundschule Haslach gab es aber auch positive Neuheiten: Seit Februar lernen sie im neuen Schulgebäude. Die 62 Erst- bis Viertklässler fühlen sich an ihrer neugebauten Schule sehr wohl, berichtet Schulleiterin Anja Lassen. „Alle haben mit angepackt, die ganze Schulfamilie hat Unglaubliches geleistet und den Umzug gewuppt“, lobt die Direktorin. „Vom Hausmeister über die Lehrerinnen bis zur Kernzeitbetreuung zogen alle an einem Strang, um die Herausforderung neben Notbetreuung und Digitalisierung des Unterrichts zu meistern.“

Bereit für die digitale Schule

In Sachen Digitalisierung ist die Grundschule Haslach vorbildlich ausgestattet, findet Lassen, und bedankt sich für die städtische Unterstützung. „Das war ein Sprung von null auf hundert in kürzester Zeit. Wir arbeiten jetzt mit iPads für die Schüler, mit digitalen Tafeln, Beamer und Elmo in jedem Klassenraum und haben eine einwandfrei laufende Internetverbindung. Dazu ist das Team inzwischen geschult im Umgang mit der neuen Technik“, betont die Schulleiterin.

Neue Ziele für den Herbst

Zeit sich auf die Schulter zu klopfen und über die Ferien in sich zu gehen und Pläne für das neue Schuljahr zu schmieden, findet Anja Lassen und lässt sich schon ein wenig in die Karten blicken: „Gerade haben wir neue Kooperationen für den Nachmittag auf den Weg gebracht, von Chor bis Handball werden wir Angebote machen“, sagt sie und hofft, dass im Herbst wieder mehr Sportangebote möglich sind. „Sport ist in der Pandemie viel zu kurz gekommen.“ Auch das Ganztagsangebot muss in Angriff genommen werden. Gemeinsam mit dem Förderverein will sie neue Spielgeräte für den Pausenhof und die Sporthalle besorgen. „Überhaupt sind der Förderverein und die engagierten Eltern ein großer Gewinn für die Schule“, sagt Lassen und berichtet von der Bibliothek im Obergeschoss, die die Eltern betreiben oder dem Eiswagen, den der Förderverein zum Start in die Sommerferien auf den Schulhof geschickt hat.

Letzte Handgriffe sind an der neuen Schule noch immer zu tun, im Außenbereich fehlen zum Beispiel noch die Beschattung und ein Klettergerüst und die Handwerker sind in Haslach ein gewohnter Anblick. Doch bei alldem überwiegt die Freude über das helle und freundliche Schulhaus mit seiner guten Lage, der einen tollen Ausblick in die Natur eröffnet.

Rückblick

Bis zum Schulstart im neuen Gebäude waren die Haslacher Kinder in den Räumlichkeiten der ehemaligen Nachbarschaftshauptschule in Kuppingen untergebracht. Im Februar 2019 wurde das alte Schulhaus in Haslach abgerissen. Zum Spatenstich im April 2019 brachten die Schülerinnen und Schüler eine „Zeitkapsel“ mit, die vor Ort vergraben wurde. Darin enthalten waren zum Beispiel Fotos und Hefte der Kinder, vor allem aber ihre Wünsche für die Zukunft. Nach Fertigstellung des Rohbaus im Herbst 2019 verzögerte sich der Bauablauf aufgrund der Corona-Pandemie. Das Gebäude wurde daher im Januar 2021 statt wie geplant im Herbst 2020 in Betrieb genommen. Die Stadt investierte rund 7,4 Millionen Euro in das Großprojekt – insgesamt lagen die Kosten im Rahmen. Von Seiten des Landes Baden-Württemberg erhielt das Bauprojekt eine Förderung von insgesamt 901.000 Euro aus der Schulhausbauförderung. Der Bau der Kita-Gruppe wurde aus dem Investitionsprogramm des Bundes 2017 – 2020 mit 124.000 Euro bezuschusst.

Vielfältige Nutzung

Der Neubau gliedert sich in drei Einheiten, die die drei Nutzungsansätze widerspiegeln: Neben vier Grundschulklassen kommen darin eine zusätzliche Kita-Gruppe, die im November 2020 den Betrieb aufnahm, und ein Gemeinschaftsbereich unter. Dieser kann für Sport und Bewegung sowie für Veranstaltungen von Kita, Schule oder örtlichen Vereinen genutzt werden. Herz des L-förmigen Schulgebäudes ist eine zweigeschossige, lichtdurchflutete Halle mit einer offenen Verbindungstreppe. Über sie werden die Klassen- und Gruppenräume im Obergeschoss erreicht. Auf dem oberen Flur können die Kinder auch die hellen und offene Lernzonen nutzen, um sich mit ihren Mitschülern auszutauschen. Im Erdgeschoss befinden sich neben einem Werkraum auch die Räume der Kernzeitbetreuung. Zum Spielen und Toben lädt der nach Süden und Osten offene Schulhof ein. Auch der Bereich vor dem Gebäude bietet sich als Spielfläche an und ist daher für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Kita-Gruppe mit allen Nebenräumen ist über eine Verbindung und eine barrierefreie Rampe von der bestehenden Kindertageseinrichtung aus erreichbar. Die zusätzliche Kita-Gruppe ermöglicht es, Ganztagesbetreuung anzubieten.