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Standortsuche für Neubau der Albert-Schweitzer-Schule


Kann man die Albert-Schweitzer-Schule in der Herrenberger Innenstadt noch sanieren, oder braucht man gleich ein neues Schulhaus? Diese Frage hat die Stadtverwaltung untersucht. Ergebnis: Das Gebäude ist nicht mehr zukunftsfähig, ein neues Schulhaus muss her. Die Suche nach dem passenden Standort in der zweiten Phase der Machbarkeitsstudie hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag auf den Weg gebracht.

Im Masterplan Schulen hat die Stadt Herrenberg alle Schulen unter die Lupe genommen, den Zustand der Schulgebäude und die Zukunftsperspektiven erhoben sowie den Handlungsbedarf erfasst. Im Fall der Albert-Schweitzer-Schule hat sich an diese Grundlagenermittlung eine detaillierte Untersuchung – genauer: eine Machbarkeitsstudie für Sanierung und bauliche Erweiterung – angeschlossen. Deren Ergebnis ist eindeutig: Eine Sanierung würde ähnlich teuer wie ein Neubau. Außerdem benötigt die Schule mehr Platz für Fachräume, Schulhof und Erweiterungsoptionen bei steigenden Schülerzahlen. Vor diesem Hintergrund folgte der Gemeinderat mit großer Mehrheit dem Vorschlag, das Schulgebäude aufzugeben und einen Neubau ins Visier zu nehmen. Bis Anfang 2022 soll das bisher tätige Architekturbüro die Optionen dafür untersuchen.

Kriterien für den Standort

„Die Albert-Schweitzer-Schule ist ein wichtiger Bestandteil der Herrenberger Bildungslandschaft und braucht dringend eine sichere Perspektive für die Zukunft“, betont Oberbürgermeister Thomas Sprißler. Daher soll es mit der Untersuchung der Option Neubau nun zügig vorangehen, die Standortfrage sei dabei gänzlich offen. „Klar ist: Die Schule gehört in die Innenstadt und ein geeigneter Standort ist nicht leicht zu finden. Deshalb nehmen wir alle denkbaren Möglichkeiten unter die Lupe“, so Sprißler.

Ein von der Schule zusammengestelltes Team hat den Prozess begleitet, den Masterplan Schulen unterstützt ein Begleitgremium aus Vertretern der Schule und Eltern. Deren Vorschlag, im gleichen Zug eine neue Grundschule im Verbund zu bauen, wird nicht weiterverfolgt. Für die Grundschulen brauche es einen eigenen Planungsprozess, der die Bevölkerungsentwicklung vor allem im Bereich Herrenberg-Süd zu gegebener Zeit berücksichtige, meint OB Sprißler.

Optionen offenhalten

Ein Neubau am bisherigen Standort ist ebenso denkbar wie eine Verlagerung der Albert-Schweitzer-Schule. Gesucht wird ein Schul-Standort, der folgende Kriterien erfüllt: Er muss in naher Zukunft verfügbar sein, im Kernstadtbereich liegen und damit fußläufig vom Bahnhof erreichbar sein und genug Platz bieten, um die pädagogischen Anforderungen der Schule umzusetzen. Dazu gehören neben den Unterrichtsräumen mit ihren fachlichen Standards der Schulhof sowie Bewegungs-, Sport und Betreuungsräume. Im Fall eines Neubaus am bisherigen Standort wäre ein Interimsbau nötig. Außerdem nistet in dem Schulhaus an der Hindenburgstraße eine bedrohte Vogelart – der Haussperling. Aus Artenschutzgründen müssen die Vögel ein neues Quartier finden, die Aussiedlung soll im kommenden Winter zwischen Oktober und Februar stattfinden, damit alle Optionen für den Schulstandort offenbleiben.

Die folgende Phase des Projekts bringt neben der Standortsuche weitere Aufgaben mit sich: Das Raumprogramm muss gemeinsam mit der Schule und den zuständigen Behörden fertiggestellt werden, Bauvolumen und Flächenschemata sind anzufertigen und ein Meilensteinplan sowie eine grobe Kalkulation der Kosten sind als Orientierungswerte aufzustellen.

Albert-Schweitzer-Schule

Die Albert-Schweitzer-Schule in Herrenberg ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit einem differenzierten Schul- und Betreuungskonzept und einem offenen Ganztagesangebot für derzeit mehr als 130 Schülerinnen und Schüler in den Klassenstufen eins bis neun. Kinder aus Herrenberg und Umgebung können die Schule besuchen, wenn festgestellt wird, dass sie einen Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot haben, das an einer allgemeinen Schule nicht eingelöst werden kann. Die Schule stellt den persönlichen Entwicklungsstand und den individuellen Förderbedarf der Kinder in den Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten individuell angepasste Bildungsangebote, die ihnen neue schulische Perspektiven eröffnen und sie in ihrem Selbstbewusstsein stärken sollen.