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Kulturelles Leben in Herrenberg für Zukunft aufstellen


Nach einem intensiven Beteiligungsprozess seit Herbst letzten Jahres hat der Gemeinderat am Dienstag die Kulturkonzeption der Stadt Herrenberg verabschiedet. Sie soll nun für das kulturelle Leben in der Stadt als Grundlage dienen und die Herrenberger Kulturlandschaft über die Stadtgrenzen hinaus bekannter machen.

Mit der Verabschiedung findet ein intensiver Beteiligungsprozess mit vier Online-Workshops, in die sich Bürgerinnen und Bürger, Kulturschaffende, Jugendliche und Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderates engagiert eingebracht hatten, ihren formellen Abschluss. Oberbürgermeister Thomas Sprißler begrüßt das einstimmige Votum: „Mit der Kulturkonzeption als Grundlage können wir das kulturelle Leben in unserer Stadt für die Zukunft aufstellen und weitere kulturpolitische Entscheidungen treffen.“ Der Beschluss sei insbesondere in Zeiten der Pandemie auch ein wichtiges Signal für die Kulturschaffenden in Herrenberg.

Kulturschaffende und Bürgerschaft seien zudem aufgefordert, sich weiterhin einzubringen, denn: „Die Umsetzung der Kulturkonzeption ist nicht in erster Linie Aufgabe der Stadtverwaltung. Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Kulturschaffende, sind aufgerufen, sich mit der Umsetzung der Ziele und Maßnahmen zu befassen und sich weiter aktiv einzubringen“, sagt der OB. „Nur gemeinsam wird es gelingen, die angedachten Maßnahmen Schritt für Schritt zu realisieren.“

Maßnahmen kommen in die Gremien

Bevor die Stadtverwaltung konkrete Maßnahmen und Projekte aus der Kulturkonzeption umsetzt, werden diese mit entsprechendem finanziellen und personellen Bedarf benannt und in der Haushaltsplanung angemeldet. Das heißt: Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen wird noch in den Gremien behandelt. So muss der Gemeinderat beispielsweise noch über die Schaffung von Stellenanteilen für eine Kulturmanagerin oder einen Kulturmanager entscheiden.

Hintergrund ist, dass in allen drei Handlungsfeldern (s. unten) der Wunsch nach einer Kulturmanagerin beziehungsweise einem Kulturmanager als zentrale Ansprechperson und treibende Kraft in der Umsetzungsphase der Kulturkonzeption deutlich wurde.

Drei Handlungsfelder

Als thematische Schwerpunkte sind in der Kulturkonzeption folgende drei Handlungsfelder definiert: Handlungsfeld I „Kulturförderung, Kulturverwaltung – Grundlage für eine nachhaltige Kulturentwicklung“ legt den Fokus auf die Überarbeitung der Kulturförderrichtlinie. Im Handlungsfeld II „Sichtbarkeit von Kultur in Herrenberg durch kooperatives Handeln stärken“ wird das Augenmerk auf die Kommunikationsstrategie im Bereich der Kultur und die Vernetzung der Kulturschaffenden gelegt.

Das Handlungsfeld III „Kulturelle Bildung und kulturelle Teilhabe ermöglichen“ beschäftigt sich mit den zentralen Herausforderungen des Kulturbetriebs und zeigt Partizipationsmöglichkeiten für verschiedene Zielgruppen auf. Schwerpunkt in diesem Handlungsfeld bilden die zentralen Bedürfnisse der Jugendlichen. „Wir möchten die Jugendlichen in die Umsetzungsphase eng einbinden“, sagt Elsa Riebelmann. „Nur so können wir auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen eingehen.“ Die Jugend-Projektgruppe, die durch den Stadtjugendring begleitet wird, hat sich gleich zu Beginn des Beteiligungsprozesses zur Kulturkonzeption gegründet und sich intensiv eingebracht.

Neue Förderrichtlinie

Als eine der ersten Maßnahmen soll bis Ende dieses Jahres auf Grundlage der Kulturkonzeption eine neue Kulturförderrichtlinie erarbeitet werden. „Die jetzige Satzung wurde zuletzt vor fast 20 Jahren aktualisiert und berücksichtigt hauptsächlich kulturelle Vereine“, erläutert Elsa Riebelmann, die als Mitarbeiterin beim Amt für Wirtschaftsförderung und Kultur das Projekt Kulturkonzeption verantwortet. „Sie wird der Vielfalt der Kulturlandschaft in Herrenberg nicht gerecht.“ Die neue Richtlinie soll das breite Spektrum der kulturellen Akteure und Angebote berücksichtigen und für die Arbeit der Stadtverwaltung und Kulturschaffenden als klare Orientierung dienen.

Erste Bedarfe der Kulturschaffenden wurden bereits im Zuge des Beteiligungsprozesses für die Kulturkonzeption erhoben. „Mit der neuen Förderrichtlinie wird es mehr Möglichkeiten geben, für kulturelle Projekte Fördergelder zu beantragen“, nennt Elsa Riebelmann eine Neuerung. „Weitere Bedarfe sollen nach der Sommerpause bei einem Beteiligungsworkshop mit den Kulturschaffenden und dem Gemeinderat abgefragt werden“, kündigt Elsa Riebelmann an.

Sommerfarben 2.0

Neben einer neuen Kulturförderrichtlinie wird in den kommenden Monaten ein neues Konzept für die Sommerfarben (Handlungsfeld I) weiter erarbeitet. „Das Kulturfestival soll nicht mehr nur an zwei Wochen stattfinden, sondern an mehreren Terminen während des ganzen Jahres“, erläutert Elsa Riebelmann eine Idee. Zudem seien für die “Sommerfarben 2.0” neue Spielorte, neue Formate und mehr Sparten angedacht. „Wir wollen die Sommerfarben breiter aufstellen“, fasst Elsa Riebelmann zusammen.

Homepage wird aktualisiert

Als weitere Maßnahme (Handlungsfeld II) sollen bis Jahresende die Kulturseiten der städtischen Homepage überarbeitet und aktualisiert werden. So sollen künftig unter www.herrenberg.de/kultur aktuelle Informationen rund um das kulturelle Leben in Herrenberg gebündelt werden.

AK Kultur gegründet

Noch vor Verabschiedung der Kulturkonzeption im Gemeinderat haben sich Engagierte zum Arbeitskreis Kultur zusammengeschlossen. Initiiert wurde der AK Kultur von Christine Kümmel (Theater aus dem Köfferchen), Cindy Ponto (Kunstverein) und Florian Wacker (Jugendhaus). Die Mitglieder des AK Kultur möchten den Austausch unter den Herrenberger Kulturschaffenden fördern und sich bei der Umsetzung der Kulturkonzeption und den Sommerfarben aktiv einbringen.

Wer sich dem AK Kultur anschließen möchte, kann sich an Christine Kümmel wenden unter Telefon 07032 7997700 oder per E-Mail an christine-kuemmel@web.de.

Infos online

Informationen zur Kulturkonzeption gibt es unter www.herrenberg.de/kulturkonzeption.