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Neues Wohnquartier entsteht an Zeppelinstraße


Auf dem ehemaligen Leibfried-Areal und im Anschluss an die bestehende Schwarzwaldsiedlung in der Herrenberger Innenstadt errichtet die Firma Instone Real Estate derzeit ein gemischt genutztes Wohnquartier, das bis 2022 fertiggestellt sein wird. Nördlich an dieses Quartier grenzt das sogenannte Meixner-Areal an der Zeppelinstraße an, das zwischenzeitlich ebenfalls von Instone erworben wurde. Jetzt hat der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Entwicklung dieses Quartiers getroffen und dem weiteren Vorgehen sowie der Ausarbeitung von drei städtebaulichen Varianten durch ein Architekturbüro zugestimmt.

Gemeinsames Ziel von Stadt und Investor ist es, auf dem Baugrundstück mit einer Fläche von rund 1,3 Hektar ein urbanes, gemischt genutztes Wohnquartier mit zirka 150 Wohneinheiten in den kommenden Jahren zügig zu errichten. „Die Entwicklung des Quartiers an der Zeppelinstraße nutzt das vorhandene Nachverdichtungspotenzial und schafft dringend benötigten Wohnraum“, sagt Oberbürgermeister Thomas Sprißler. „Als Teil unserer großen Wohnbauoffensive wird das Projekt zusammen mit weiteren geplanten Quartieren, etwa in Herrenberg-Süd, an der Aischbachstraße und der Schäferlinde, helfen, den Wohnraummangel in unserer Stadt zu lindern.“

Sozialer Wohnraum und Kita

Wie stets bei der Entwicklung von Bauflächen durch dritte Vorhabenträger vereinbart die Stadt auch mit Instone entsprechende Rahmenbedingungen. Dazu zählt die Übernahme der gesamten Planungs- und Entwicklungskosten durch Instone sowie die Schaffung von gefördertem Wohnraum nach dem Landeswohnraumfördergesetz. Das heißt: Auf 20 Prozent der entstehenden Wohnfläche sollen – verteilt über das gesamte Quartier – sozial geförderte, preiswerte Mietwohnungen mit einer Bindungsfrist von 20 Jahren (50 Prozent) sowie selbst genutztes Wohneigentum (50 Prozent) entstehen. Auch die Planung einer dreigruppigen Kita im Quartier samt Außenanalgen, die künftig durch die Stadt betrieben wird, ist in den Rahmenbedingungen verpflichtend festgeschrieben. Damit ist die Kinderbetreuung im Quartier sichergestellt.

In seiner Sitzung vom 27. Juli hat der Gemeinderat diese Rahmenbedingungen im Grundsatz beschlossen und die Verwaltung beauftragt, die Regelungen im Detail samt Verträge nun auszuarbeiten.

Architekturbüro beauftragt

Außerdem hat der Gemeinderat mit dem Grundsatzbeschluss vom 27. Juli zugestimmt, das Architekturbüro Hähnig Gemmeke aus Tübingen mit dem Entwurf von drei unterschiedlichen städtebaulichen Varianten zu beauftragen – damit soll die städtebauliche Qualität sichergestellt werden. Hierbei sollen vor allem Aspekte der Ökologie, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit sowie attraktive Freiraumplanung berücksichtigt werden. Geplant sind 90 Prozent Wohnnutzung und 10 Prozent Gemeinbedarf – nämlich eine dreigruppige Kita – und gewerbliche Nutzung.

An städtebauliche Figur anknüpfen

Für das sich aktuell im Bau befindende Quartier an der Schwarzwaldstraße gab es 2018 einen Ideenwettbewerb, den das Architekturbüro Hähnig Gemmeke für sich entscheiden konnte. „Die ausgewiesene Expertise des Büros und die positiven Erfahrungen in der bisherigen Zusammenarbeit haben uns veranlasst, dem Gemeinderat vorzuschlagen, ausnahmsweise von einem Wettbewerbsverfahren mit unterschiedlichen Büros abzusehen“, erläutert Baubürgermeisterin Susanne Schreiber. „Nachdem das Gremium unserem Vorschlag gefolgt ist, kann nun an der städtebaulichen Figur des Quartiers an der Schwarzwaldstraße angeknüpft und diese weiterentwickelt werden: urbane Dichte bei hochwertiger städtebaulicher Qualität.“

Entwicklung mit städtischem Grundstück

Ebenfalls um eine möglichst hohe städtebauliche Qualität des künftigen Quartiers an der Zeppelinstraße zu erreichen, wird das städtische Grundstück im Westen in die geplante Entwicklung mit einbezogen – auch hierfür hat der Gemeinderat grünes Licht gegeben. Aktuell befinden sich auf diesem Grundstück Notunterkünfte für Geflüchtete und Wohnungslose. Nach Aufgabe der sogenannten Mobile Homes, voraussichtlich ab 2023, werden sie in anderen Notunterkünften der Stadt untergebracht.

Ausblick

Ab August erarbeitet das Architekturbüro Hähnig Gemmeke die städtebaulichen Varianten, sodass der Gemeinderat voraussichtlich um den Jahreswechsel 2021/22 die Vorzugsvariante auswählen kann. Sie bildet die Grundlage für die weitere Planung, insbesondere die Bauleit- und Hochbauplanung. Der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanverfahrens ist für das erste Halbjahr 2022 geplant.