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Herrenberg ist weiterhin Fairtrade-Stadt


Die Stadt Herrenberg erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns-Kampagne und wurde deshalb für weitere zwei Jahre mit dem Titel „Fairtrade-Stadt“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wurde an Herrenberg erstmalig im Jahr 2015 als 325. Fairtrade-Stadt innerhalb Deutschlands durch den Verein TransFair verliehen. Das Herrenberger Engagement geht jedoch über den Fairen Handel hinaus.

„Die Bestätigung der Auszeichnung ist ein schönes Zeugnis für die Verankerung des fairen Handels und der Nachhaltigkeitsziele in Herrenberg”, freut sich Oberbürgermeister Thomas Sprißler. „Herrenberg ist damit weiterhin Teil eines internationalen Netzwerks, das sich für den gerechten Handel stark macht.” Vor sechs Jahren erhielt Herrenberg von dem gemeinnützigen Verein TransFair erstmalig die Auszeichnung für sein Engagement zum fairen Handel. Fünf Kriterien mussten dafür nachweislich erfüllt sein: Bei städtischen Veranstaltungen und Besprechungen muss fair gehandelter Kaffee oder Saft ausgeschenkt werden, der Gemeinderat hält die Unterstützung des fairen Handels in einem Ratsbeschluss fest, eine Steuerungsgruppe innerhalb der Kommune koordiniert alle Aktivitäten, in Geschäften und gastronomischen Betrieben vor Ort werden Produkte aus fairem Handel angeboten, die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit und die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort.

Herrenberger Fairtrade-Engagement
Lange bevor Herrenberg als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet wurde, gab es schon ein enormes Engagement zum Fairen Handel vor Ort, beispielsweise durch den 1974 gegründeten Weltladen und durch die Gruppen der Lokalen Agenda. Seit der Auszeichnung zur Fair-trade-Stadt wurde das Engagement weiter ausgebaut: „fair“ und „regional“ sollte der Herrenberger Weg sein, darüber waren sich alle Beteiligten einig. So wurde im Jahr 2020 das E-Lastenfahrrad mit dem Namen “FaRe” (von “fair” und “regional”) zur kostenfreien Nutzung für Mitglieder der Fairtrade-Familie angeschafft. Außerdem wurde der Herrenberger Stadtkaffee – ein Kooperationsprojekt der Stadt, lokaler Unternehmen und des örtlichen Einzelhandels – entwickelt. Der Stadtkaffee stammt aus direkten Handelsbeziehungen aus Peru und ist in zwölf Herrenberger Geschäften erhältlich. Auch die Workshop-Angebote der Diplom-Bananologen, die als Bildungsreferentinnen und –referenten an Kindergärten und Schulen aktiv sind, sind nach wie vor sehr gefragt. „Das Verständnis vom Fairen Handel hat sich über die Jahre in Herrenberg weiterentwickelt”, erklärt Lena Schuldt, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik der Stadtverwaltung, weiter: „Es geht um gerechte Handelsbeziehungen, darüber hinaus sind weitere damit verbundene nachhaltige Entwicklungsziele in den Vordergrund gerückt, die die Kommune umsetzen möchte. Dass man auf Herrenbergs Marktplatz seit kurzem den Unverpackt-Laden, die Markthalle und den Weltladen finden kann, ist eine tolle Entwicklung, die vielen engagierten Herrenbergerinnen und Herrenbergern zu verdanken ist.“

Foto vom Lastenfahrrade FaRe vor der Herrenberger Markthalle. Im Jahr 2020 wurde das E-Lastenfahrrad mit dem Namen “FaRe” (von “fair” und “regional”) zur kostenfreien Nutzung für die Mitglieder der Herrenberger Fairtrade-Familie angeschafft.

Blick in die Zukunft
„Die erneute Auszeichnung ist ein Ansporn zum Weitermachen“, meint Schuldt. Die Erfüllung der fünf Kriterien dient dabei als Basis. „In der Realität geschieht viel mehr, was man auf den ersten Blick nicht sieht“, sagt Schuldt. Innerhalb der Verwaltung wird aktuell gemeinsam mit Bürgerschaft und Politik an der Umsetzung von nachhaltigen Entwicklungszielen gearbeitet: die Fortschreibung des Leitbilds Herrenberg 2020 zum Leitbild Herrenberg 2035 im Sinne der Agenda 2030, der Klimafahrplan und die sukzessive Umstellung der öffentlichen Beschaffung nach sozialen und ökologischen Kriterien ebnet den weiteren Weg für den Fairen Handel.

Hintergrund
Herrenberg ist eine von fast 750 Fairtrade-Towns in Deutschland. Das globale Netzwerk umfasst über 2.000 Fairtrade-Towns in insgesamt 36 Ländern. Weitere Infos zur Fairtrade-Towns Kampagne unter www.fairtrade-towns.de