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Grünrückschnitt für mehr Verkehrssicherheit


Durch Zweige von Bäumen, Sträucher und Hecken, die aus privaten Grundstücken über Grundstücksgrenzen hinaus auf Straßen und Wege ragen, kann die Sicherheit des Straßen-, Rad- und Fußverkehrs beeinträchtigt werden. Deshalb bittet die Stadtverwaltung Herrenberg alle Anliegerinnen und Anlieger, Anpflanzungen so zurückzuschneiden, dass Straßen und Wege von allen Verkehrsteilnehmenden ungehindert genutzt werden können.

Straßen, Feld-, Geh- und Radwege sind im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht von Hindernissen wie Hecken, Sträuchern und Bäumen freizuhalten. Konkret heißt das: Bei öffentlichen Verkehrsflächen muss nicht nur die Weg- oder Straßenfläche, sondern auch der Luftraum laut sogenanntem Lichtraumprofil über Straßen und Feldwegen bis mindestens 4,50 Meter, über Radwegen bis mindestens 2,50 Meter und über Gehwegen bis mindestens 2,30 Meter von überhängenden Ästen und Zweigen freigehalten werden. Hierbei ist der Bewuchs mindestens bis auf die Grundstücksgrenze zurückzuschneiden; an Kreuzungen sind Anpflanzungen so zu halten, dass einbiegende Fahrzeuge freie Sicht haben. Ebenfalls darf die Sicht auf Verkehrszeichen, Hausnummern, Straßennamenschilder und Straßenlaternen nicht verdeckt sein. Denn: Straßenlaternen können nur dann wirksam leuchten, wenn ihr Licht am Boden sichtbar und sie nicht zugewachsen ist.

Die Stadtverwaltung bittet deshalb alle Anliegerinnen und Anlieger, ihre Bäume und Sträucher entlang von Straßen und Wegen hinsichtlich des Lichtraumprofils zu kontrollieren und falls notwendig, dieses wiederherzustellen. „Alle Eigentümer, Pächter oder Mieter von Grundstücken, die an öffentliche Verkehrsflächen angrenzen, sind aufgerufen, Hecken, Sträucher, Bäume und sonstigen Bewuchs so anzupflanzen und zu pflegen, dass die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden nicht beeinträchtig wird“, erklärt Dieter Bäuerle, Leiter des Ordnungsamtes, und sagt weiter: „Wenn jemand mit Kinderwagen oder Rollator vom Gehweg auf die Fahrbahn ausweichen muss, weil dieser etwa durch eine angrenzende Hecke halb zugewachsen ist, kann das gefährlich werden – auch für die Besitzerin oder den Besitzer der Hecke.“ Denn: Anlieger sind gemäß Straßengesetz des Landes verkehrssicherungspflichtig. Das bedeutet, dass sie unter Umständen für Unfälle und Schäden, die durch den Überwuchs ihrer Bepflanzungen entstehen, haften und damit auch schadensersatzpflichtig sein können. Erfolgt der erforderliche Rückschnitt nicht, könnte die Stadt diesen auf Kosten der privaten Anlieger vollziehen lassen, wenn auf eine entsprechende Aufforderung nicht fristgerecht reagiert wird. „Es liegt deshalb im allseitigen Interesse, dass Straßen, Wege und das notwendige Lichtraumprofil freigehalten und Anpflanzungen bei Bedarf zurückgeschnitten werden“, fasst Bäuerle zusammen.