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Runder Tisch für ein grünes Wegenetz


Die Stadt Herrenberg übernimmt als Modellkommune in diesem Jahr Vorbildfunktion bei der Umsetzung des landesweiten Biotopverbunds: Sie lässt eine Biotopverbundkonzeption für die Stadt erstellen. Dazu fand am 10. August nun die erste Informationsveranstaltung statt, bei der Interessensvertreterinnen und Interessenvertreter aus Naturschutz, Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, Imkerei und Jagd ihre Wünsche und Vorstellungen einbringen konnten.

Viele heimische Tier- und Pflanzenarten sind einem immer größeren Verlust ihrer Lebensräume ausgesetzt. Durch Straßen- und Siedlungsbau oder intensiver Landnutzung können Landschaften zerschnitten und Rückzugsräume sowie Wanderrouten verloren gehen. „Auch uns als Stadt kommt daher eine besondere Verantwortung zu“, sagt Susanne Schreiber, Baubürgermeisterin in Herrenberg. „Als Modellgemeinde für den Biotopverbund im Landkreis Böblingen lassen wir daher in diesem Jahr eine Biotopverbundkonzeption für Herrenberg erstellen“, so Schreiber weiter. Ein Planungsbüro wird gemeinsam mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) Böblingen, der Stadt und den der Expertengruppe Maßnahmenvorschläge ausarbeiten. So sollen Lebensräume, sogenannte Biotope, erhalten und miteinander verbunden werden, um einen „Biotopverbund“ zu entwickeln. In diesem grünen Wegenetz sollen Tier- und Pflanzenarten Schutz und Wandermöglichkeiten finden. Vernetzungen können beispielsweise durch Hecken oder Blühstreifen erfolgen.

Zwischen Streuobstwiesen und Siedlungserweiterung

Interessensvertreter aus Naturschutz, Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, Imkerei und Jagd fanden sich? dazu am 10. August gemeinsam mit der Herrenberger Baubürgermeisterin Susanne Schreiber sowie dem Umweltbeauftragten der Stadt, Jürgen Baumer, zu einer Informationsveranstaltung im Rahmen der Konzepterstellung in der Stadthalle Herrenberg zusammen. Bei dem Treffen konnten die Teilnehmenden Wünsche und Vorschläge für umsetzbare Vernetzungsmaßnahmen im Gemeindegebiet einbringen, die dann später in das Konzept integriert werden sollen. Die Stadt möchte so bereits im Anfangsstadium der Planung die Interessen aller Parteien berücksichtigen.

Informationsveranstaltung zur Biotopverbundkonzeption in der Herrenberger Stadthalle.

Bei der Informationsveranstaltung am 10. August kamen Interessensvertreterinnen und Interessenvertreter aus Natur und Umwelt mit der Herrenberger Baubürgermeisterin Susanne Schreiber sowie dem Umweltbeauftragten der Stadt, Jürgen Baumer, in der Herrenberger Stadthalle zusammen, um mögliche Maßnahmen zu diskutieren.

Ein Schwerpunkt der Austauschrunde bildete das Thema Streuobstwiesen. Vertreterinnen und Vertreter der Obst- und Gartenbauvereine benannten aktuelle Probleme beim Erhalt dieser oftmals enorm artenreichen Lebensräume und forderten mehr Unterstützung für die Bewirtschaftenden. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmenden die Zerschneidung der Offenlandbereiche durch Straßen und Siedlungserweiterungen und widmeten sich der Frage, wie die Unterstützung der Landwirtschaft beim Anbau von insektenfreundlichen Blühwiesen und bei habitatsverbessernden Maßnahmen aussehen kann.

Weitere Schritte

Im nächsten Schritt bringt nun der LEV Böblingen weitere Maßnahmenvorschläge für den Erhalt und die Vernetzung von Lebensräumen im Gemeindegebiet ein. Die dann erarbeiteten Maßnahmenvorschläge sollen im Herbst mit Landnutzerinnen und Landnutzern sowie Gebietskennern vor Ort besprochen werden.

In Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband, der Stadt und den Ideen und Vorschlägen aus der Expertengruppe kartiert das beauftragte Planungsbüro dann die bedeutenden Standorte und erarbeitet ein Maßnahmenbündel zum Erhalt, zur Verbesserung und zur Vernetzung der Biotope. Ziel ist die Realisierung der Maßnahmenvorschläge sowohl auf städtischen als auch auf privaten Grundstücken, wobei die Stadt auf freiwilliges “Mitmachen” von Seiten der Grundstücksbesitzenden setzt.