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Vernetzte Mobilität über Herrenberg hinaus


Das stadtnavi, die Mobilitätsplattform „made in Herrenberg“, soll über die Stadtgrenzen hinauswachsen und in anderen Kommunen und Landkreisen aufgesetzt werden. Hierfür werden „Mitmachkommunen“ und „Mitmachlandkreise“ gesucht, die das stadtnavi nutzen und weiterentwickeln möchten. Dank weiterer Fördermittel des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) konnte die Plattform in den vergangenen Monaten als Modellprojekt für vernetzte Mobilität in Herrenberg in hohem Tempo weiterentwickelt werden.

Für alle Städte, Gemeinden und Landkreise, die sich in Sachen Mobilität für die Zukunft gut aufstellen möchten, könnte das stadtnavi ein hilfreiches Tool sein. „Nachmachen unter eigenem Label ist beim stadtnavi ausdrücklich erwünscht“, sagt Julian Beigang von der Stabsstelle Klimaschutz, der als Projektmanager für nachhaltige Mobilität und Datenmanagement der neue Ansprechpartner für das stadtnavi ist. Dabei wird die Anwendung an die Vorstellungen und das Erscheinungsbild des Partners angepasst; auch der Name kann geändert werden. „Je mehr Kommunen und Landkreise mitmachen, desto besser, denn umso mehr Mobilitätsinformationen stehen dann allen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung“, erklärt Julian Beigang. „Deshalb gilt es jetzt, sogenannte Mitmachkommunen bzw. Mitmachlandkreise zu finden, die das stadtnavi nutzen möchten und mit denen das Projekt gemeinsam weiterentwickelt werden kann“, so Beigang weiter, denn: „Viele Kommunen sind gemeinsam deutlich leistungsstärker als eine.“ Auch der finanzielle und personelle Aufwand, etwa für die Weiterentwicklung der App, könnte gemeinsam gestemmt werden. Eine Kommune und eine Region stehen bereits in den Startlöchern: Das Land Brandenburg wird voraussichtlich im September das stadtnavi als brandenburg.navi gleich in mehreren Gemeinden in Betrieb nehmen; auch Ludwigsburg möchte das stadtnavi im kommenden Jahr einführen. Und nachdem die Plattform im Mai dieses Jahres dem Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim vorgestellt wurde, zeigt sich als weiterer Partner der Ostalbkreis interessiert und prüft derzeit die technische Machbarkeit, das stadtnavi für den Landkreis einzusetzen.

Flächendeckende Echtzeitdaten

„Das stadtnavi hat viele Funktionen, von denen andere Kommunen profitieren könnten“, wirbt Julian Beigang für weitere Partner. So könnten bereits vorhandene Mobilitätsdaten für Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung gestellt werden. „Je mehr Kommunen und Landkreise sich für das stadtnavi entscheiden, desto flächendeckender könnten Echtzeitdaten für alle verfügbar gemacht werden, etwa zu freien Parkplätzen oder Bus- und Zugfahrplänen.“ Ein weiterer Vorteil: Dank des Open-Source-Ansatzes, auf dem das stadtnavi basiert, behalten die Partner ihre Daten in eigener Hand. Dies hilft den Kommunen, die künftigen Herausforderungen der Mobilität zu bewältigen. Auch die Bewegungsdaten der Nutzerinnen und Nutzer werden nicht an Dritte weitergegeben.

Warum stadtnavi?

Bereits jetzt bietet das stadtnavi einen großen Mehrwert für alle, die in Herrenberg unterwegs sind. Egal ob zu Fuß, mit dem Rad, Bus oder Auto: Mit dem stadtnavi wird man stets auf schnellstem und umweltfreundlichstem Weg zum Ziel navigiert. Hierfür bietet das stadtnavi viele Daten in Echtzeit an, darunter Fahrplanauskünfte im vvs-Gebiet, Daten zur Verfügbarkeit von Taxis am Herrenberger Bahnhof oder zu Leihfahrrädern von Regiorad Stuttgart vor Ort in Herrenberg und in der Landeshauptstadt. Auch die E-Lastenräder ALF (Affstätter Lastenfahrrad), GÜLF (Gültsteiner Lastenfahrrad) und FaRe der Fairtrade-Familie (abgeleitet von „fair“ und „regional“) sind im stadtnavi integriert. Wer ein Lastenrad kostenlos ausleihen möchte, kann den jeweiligen Standort auswählen und wird zur Website des Anbieters weitergeleitet. „Dank der Unterstützung der verschiedenen Initiativen konnten die Lastenräder schnell integriert werden“, blickt Julian Beigang zurück. Neu ist auch die Integration der Ruftaxis, die spätabends anstelle der Busse im Stadtgebiet fahren: „Wer im Umkreis von 300 Metern von einem Ruftaxi-Haltepunkt wohnt, kann sich sogar für einen kleinen Aufpreis direkt vor die Haustür bringen lassen“, erläutert Beigang.

Kontakt zur Stadt

Wer Fragen oder Anregungen zum stadtnavi hat, kann sich an Julian Beigang, Projektmanager für nachhaltige Mobilität und Datenmanagement bei der Stabsstelle Klimaschutz, wenden: Telefon 07032 924-119, E-Mail j.beigang@herrenberg.de. Feedback zum stadtnavi kann man auch direkt über die Apps oder Website geben.

Über das stadtnavi

Das stadtnavi steht allen kostenlos unter https://herrenberg.stadtnavi.de sowie als App in den Stores von Google und Apple zur Verfügung. Die Mobilitätsplattform basiert auf einem Open-Source-Ansatz und hat das schnelle und umweltfreundliche Navigieren zum Ziel. Das Projekt wird durch die Stadt Herrenberg umgesetzt und wurde als Teil des Projektes „Modellstadt für saubere Luft“ durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) finanziell gefördert. Das Kartenmaterial wird von OpenStreetMap bezogen.