Nachricht

Wasser marsch! Doch: Wie kam das Wasser in die Stadt?


Wie funktionierte früher die Wasserversorgung in Herrenberg? Wie kam das Wasser in die Stadtbrunnen? Und woher kam es überhaupt? Antworten auf diese und weitere Fragen bekommt man bald an der Erlebnisstation Teuchel auf dem Schlossberg am „Roten Meer“. Mit einer Infotafel und einer Outdoor-Murmelbahn wird die historische Wasserversorgung vom Schlossberg nach Herrenberg erlebbar gemacht.

„Teuchel“ ist ein alter Name und bezeichnet ein Wasserleitungsrohr aus einem Baumstamm. In Herrenberg führten vier unter der Erde verlegte Leitungen, die jeweils aus mehreren Teucheln bestanden, frisches Trinkwasser von außerhalb der Stadt in die städtischen Brunnen. Denn: Herrenberg hatte zwar drei Grundwasserbrunnen, ihr Wasser sprudelte jedoch nicht üppig und nicht sauber genug, um die Bewohnerinnen und Bewohner mit Trinkwasser zu versorgen. Herrenberg saß also buchstäblich auf dem Trockenen. Wie die Wasserversorgung in Herrenberg genau funktionierte, wie die Teuchel gebaut wurden, womit man die Rohre wasserdicht machte und wozu Teuchelgruben angelegt wurden, ist künftig an der Erlebnisstation zu erfahren.

Foto vom künftigen Standort der Murmelbahn bei der Erlebnisstation TeuchelDort, wo der Pfeil hinzeigt, wird die Teuchelbahn gebaut. Sie ist Teil der Erlebnisstation Teuchel am Roten Meer, die im November eröffnet wird.

Eine Infotafel und zwei Teuchel als Anschauungsobjekte erklären Erwachsenen das Thema. Außerdem werden am Aussichtspunkt zwei Liegebänke aufgestellt, auf denen man sich ausruhen kann. Eine zirka 23 Meter lange Murmelbahn aus Holz, die Teuchelbahn, vermittelt Kindern spielerisch, wie die Wasserversorgung früher funktioniert hat. Und auch auf der Infotafel sind Informationen kindgerecht aufbereitet – ein kleiner Siebenschläfer macht die Kinder darauf aufmerksam.

Zeitplan und Kosten
Die Bauarbeiten an der Erlebnisstation Teuchel beginnen am 20. September. Anfang Oktober ist ein Bauaktionstag mit einer städtischen Kindertageseinrichtung geplant, bei dem die Kinder mithelfen und sich ein Bild von der Baustelle machen können. Läuft alles nach Plan, kann die Erlebnisstation im November fertiggestellt und eingeweiht werden.

Geplant wurde die Erlebnisstation Teuchel vom Amt für Wirtschaftsförderung und Kultur. Die Firma KuKuk Freiflug GmbH aus Stuttgart baut die Murmelbahn auf dem Schlossberg; die Stadtwerke Herrenberg finanzieren den Kugelautomat und die Kugeln für die Murmelbahn. Die Kosten für die neue Attraktion betragen rund 70.000 Euro. Das Projekt wird zur Hälfte kofinanziert vom Verband Region Stuttgart durch das Förderprogramm „Landschaftspark Region Stuttgart“.

Schlossberg Erlebnisraum
Die Erlebnisstation Teuchel liegt auf der Turm-Tour, die vom Schlossberg zum Schönbuchturm führt. „Wir planen entlang der Tour zwei bis drei weitere Erlebnisstationen, die historische und ökologische Themen entlang des Weges aufgreifen“, kündigt Gisela Grandinetti vom Amt für Wirtschaftsförderung und Kultur an. „Die Erlebnisstation Teuchel macht hierbei den Anfang.“

Wie soll der Siebenschläfer heißen?
Der kleine Siebenschläfer auf der Infotafel zur Erlebnisstation Teuchel wird Kindern künftig immer wieder im Schlossberg Erlebnisraum begegnen. Deshalb sucht die Stadt für das kleine Tierchen einen passenden Namen. Vorschläge können bis einschließlich Donnerstag, 30. September, beim Amt für Wirtschaftsförderung und Kultur per E-Mail an ktm@herrenberg.de eingereicht werden. Teilnehmende unter 18 Jahren brauchen das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten. Für die Gewinnerin oder den Gewinner gibt es einen kleinen Preis.

Teuchel wird Station bei „Entdeckertour“
Übrigens: Die Erlebnisstation Teuchel wird Teil der „Entdeckertour - KulturLandschaft zwischen Heckengäu und Schönbuch”. Diese Radtour führt über 52 Kilometer von Weil der Stadt über das Würm- und Aichtal nach Nürtingen ins Neckartal. Künftig soll dieser Radweg durch weitere Wegeschlaufen erweitert werden. Insgesamt soll ein Radwegenetz von zirka 250 Kilometern entstehen. Die Erlebnisstation Teuchel ist bei der „Entdeckertour“ neben vielen anderen Stationen ein wichtiger Baustein, der in Bezug zur landschaftlichen Umgebung steht und (kultur)landschaftliche Besonderheiten erlebbar macht und vermittelt.