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„Es gibt Bänke auf Bäumen“


Foto von den abgegebenen Beiträgen der Aktion "Briefe ins Jahr 2035"Verschiedene Größen, verschiedene Farben, verschiedene Inhalte:
Die Stadtverwaltung Herrenberg dankt allen, die sich an der Aktion „Briefe ins Jahr 2035“ beteiligt haben.

Wie wird das Leben in Herrenberg im Jahr 2035 aussehen? Was wünsche ich mir für das Jahr 2035? Welche Sorgen habe ich, wenn ich an das Jahr 2035 denke? Von Mai bis September hatte die Herrenberger Stadtverwaltung Beiträge rund ums Jahr 2035 gesammelt. Eine Kiste voller Briefe wandert demnächst ins Herrenberger Stadtarchiv – geöffnet wird sie erst wieder 2035.

Rund 80 Briefe und Basteleien sind im Klosterhof angekommen. „Insbesondere die jüngere Generation hat sich an der Aktion beteiligt,“ berichtet Lena Schuldt, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik bei der Stadt Herrenberg. Kindertageseinrichtungen und Grundschulklassen haben das Jahr 2035 in ihrem Alltag zum Thema gemacht und dazu gebastelt und Gedanken festgehalten. So schreibt ein Kind zum Jahr 2035: „Ich stelle mir vor, dass mehr Natur in Herrenberg zu finden ist und ein Park, der die Stadt schmückt. Es gibt Bänke auf Bäumen“. Weiter stellen sich Kinder „fliegende Roller, coole Roboter und leuchtende Autos“ vor. „Dass kein Müll rumliegt, alle mit dem Fahrrad fahren und die Menschen sich um die Umwelt kümmern“, ist einem weiteren Beitrag zu entnehmen. Unter den Einsendungen sind aber auch verschlossene Umschläge, deren Inhalt heute noch nicht bekannt ist, und die zum Teil an bestimmte Personen adressiert sind.

Präsentation bei Leitbild-Trialogen
Bevor die Einsendungen demnächst ins Archiv wandern und bis ins Jahr 2035 gut verwahrt werden, kommen Teile davon bei den im Oktober stattfindenden Leitbild-Trialogen zum Einsatz. „Unter anderem das Plakat der Kinder von der Kuppinger Grundschule passt so gut zum Thema, dass wir es kurzerhand als Impulsgeber bei den Trialog-Veranstaltungen aufgestellt haben. Die Werke der Kinder sind eine Inspiration, die zum Nachdenken anregt“, erklärt Schuldt. Stadtarchivarin Stefanie Albus-Kötz indes freut sich auf die Lieferung: „Persönlich verfasste Dokumente sind etwas Besonders für ein Archiv. Wir dürfen heute schon gespannt sein, was im Jahr 2035 aus der Kiste herauskommen wird.“ Derzeit ist vorgesehen, dass die Einsendungen bei einer zeitgenössischen Ausstellung im Jahr 2035 präsentiert werden. Persönlich adressierte Briefe sind davon ausgenommen: Diese werden dann an die Adressaten verschickt.

Warum das Jahr 2035?
2035 ist das Zieljahr des derzeit entstehenden Leitbildes für die Stadt Herrenberg. Um das noch 14 Jahre entfernt liegende Ziel für die Bürgerinnen und Bürgern greifbarer zu machen, hatte die Stadtverwaltung auf Initiative der Grünen-Gemeinderatsfraktion mit dieser Aktion zu einer Auseinandersetzung mit 2035 eingeladen. Auch OB Thomas Sprißler freut sich über die Resonanz: „Es ist toll, dass die Anregung zur Auseinandersetzung mit der Zukunft von verschiedenen Gruppen und Personen aufgegriffen wurde. Diese Aktion ist ein Mosaikstein auf dem Weg zu unserem neuen Leitbild Herrenberg 2035. Mein Dank geht an alle, die einen Brief verfasst, andere Menschen dabei unterstützt und sich gemeinsam mit Kindergarten- und Schulkindern mit der Zukunft auseinandergesetzt haben.“