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Bezahlbarer Wohnraum in Herrenberg-Süd


Mit Hochdruck arbeitet die Stadtverwaltung an der Ausweisung neuer Baugebiete, damit zeitnah mehr Wohnraum und vor allem bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung steht. Einen großen Beitrag kann hierzu der neue Stadtteil Herrenberg-Süd leisten. Der Weg dahin führt über ein vom Gemeinderat beschlossenes Ankaufsmodell, dem möglicherweise eine Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) folgt, bevor in den nächsten Jahren ein neuer Stadtteil entsteht. Zum Stand der Vorbereitenden Untersuchung (VU) und dem aktuellen Stand gab es bei einer Eigentümerversammlung am 25. Oktober zahlreiche Informationen, die auf der städtischen Internetseite unter www.herrenberg.de/sued nachzulesen sind.

Um das Gebiet in einem Guss zu erstellen und so die Umsetzung des städtebaulichen Konzepts sicherzustellen, will die Stadt alle Flächen kaufen. Zu den Zielen gehören unter anderem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Förderung ressourcenschonender Mobilität, eine gemischte Nutzung aus Wohnen, Arbeiten und sozialer Infrastruktur und ein zeitgemäßes Regenwassermanagement nach dem sogenannten Schwammstadt-Konzept.

Diese Ziele leiten sich aus vorhandenen städtischen Konzepten wie dem Klimafahrplan oder der Grundstücks- und Wohnungsbaupolitischen Strategie ab. Baubürgermeisterin Susanne Schreiber betont: „Mir ist es ein Anliegen, dass bezahlbarer Wohnraum in Herrenberg entsteht, der so dringend gebraucht wird. Ich möchte, dass junge Familien vor Ort Wohnraum finden und Jugendliche, die zum Studieren oder zur Ausbildung weggezogen sind, wieder zurückkommen können. Wir benötigen auch dringend Wohnraum für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in Herrenberger Firmen beschäftigt sind. Zusätzlich wird mit Herrenberg-Süd der hohe Bedarf an altersgerechten Wohnungen gedeckt und somit sichergestellt, dass Einwohnerinnen und Einwohner bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes Leben in Herrenberg führen können. Der Standort Herrenberg-Süd bietet sich aufgrund der direkten Nähe zur Innenstadt, zum Schulzentrum und der sehr guten ÖPNV Anbindung hervorragend an.“

Bei der Reprivatisierung der Grundstücke hat die Stadt überdies die Möglichkeit die Ziele über die Kaufverträge abzusichern wie z.B. Mietpreisbindungen und Verkaufspreise. So kann sichergestellt werden, dass Wohnungen nicht zum Höchstpreis veräußert oder vermietet werden. Durch solche Verträge können städtisch gesetzte soziale, ökologische und energetische Ziele langfristig gesichert und umgesetzt werden.

Seit Beschluss zur Einleitung der VU wurden verschiedene Gutachten beauftragt, die Lärm, Lufthygiene, Artenschutz und Ausgleichsbedarf sowie landwirtschaftliche Existenzgefährdung untersuchen. Nicht alle Flächen eigenen sich gleichermaßen für eine bauliche Entwicklung. Die Gutachten geben Aufschluss darüber wo und wie gebaut werden kann und welche Flächen von einer künftigen Entwicklung ausgeschlossen werden sollten. Der Erwerb der ausgeschlossenen Flächen wird nicht weiter angestrebt.

Seit Beginn der VU konnte die Stadt bereits einige Grundstücke erwerben, rund ein Drittel der Flächen befindet sich mittlerweile in städtischer Hand. Einige Eigentümerinnen und Eigentümer möchten sich an der Entwicklung beteiligen und selber bauen. Andere möchten derzeit nicht verkaufen. Wer sein Grundstück nach Satzungsbeschluss der Entwicklungsmaßnahme verkauft, wird beim Rückerwerb der Grundstücke durch die Stadt Herrenberg, wie gesetzlich vorgeschrieben, zuerst berücksichtigt.

Am Montag, 25.10.2021 wurde die 3. Eigentümerinformationsveranstaltung durchgeführt. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet. Eigentümerinnen und Eigentümer, die an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnten, haben so die Möglichkeit, sich über den aktuellen Projektstand zu informieren.

Die Ziele und mögliche Kooperationsansätze stellte Vera Pfaff, die Leiterin der Stabsstelle Herrenberg-Süd, vor. Das mit der Durchführung der VU beauftragte Büro, die STEG Stadtentwicklung aus Stuttgart, erläuterte den aktuellen Projektstand, die Eigentümermitwirkungsoptionen und die bereits vorliegenden Gutachtenergebnisse.  Das Büro Dr. Koch Immobilien aus Esslingen erläuterte die Ergebnisse und die Notwendigkeit für die Fortschreibung der entwicklungsunbeeinflussten Anfangswerte. Diese Fortschreibung dient der notwendigen Anpassung der Anfangswerte vom 27.10.2018 an die allgemeinen Wertverhältnisse auf dem Grundstücksmarkt der Stadt Herrenberg. Hieraus ergeben sich Veränderungen in der Höhe der Anfangswerte in den einzelnen Wertzonen. In den bereits abgeschlossenen Kaufverträgen wurden Nachzahlungsverpflichtungen vereinbart. Sobald die Stadt Kaufverträge mit den fortgeschriebenen Anfangswerten abschließt, werden die Nachzahlungen gemäß den vereinbarten Konditionen fällig.

Ein wichtiger Part der Eigentümerinformationsveranstaltung war auch die Beantwortung der Fragen der Eigentümerinnen und Eigentümer. Die Fragen wurden im Vorfeld gesammelt und am Abend beantwortet. Zum ausführlichen Nachlesen stehen die Fragen und Antworten im Lauf der Woche auch auf der Homepage www.herrenberg.de/sued.

Anfang 2022 werden die Gutachten abgeschlossen und der Entwicklungsbereich definiert sein. Ebenfalls zu Beginn des Jahres 2022 soll der Gemeinderat die Ziele für Herrenberg-Süd beschließen. Eine Entscheidung und Beschluss über die Entwicklung von Herrenberg-Süd wird für Anfang des Sommers 2022 erwartet. Dann soll der Rahmenplan in ein städtebauliches Konzept übertragen und die Bauleitplanverfahren eingeleitet werden.