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Entwicklung des Schäferlinde-Areals geht in die nächste Runde


Auf dem Schäferlinde-Areal in der Herrenberger Innenstadt möchte die Stadt gemeinsam mit der Firma Instone Real Estate Development GmbH ein urbanes Wohnquartier schaffen. In seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause hat der Gemeinderat dem Ergebnis der städtebaulichen Mehrfachbeauftragung und dem weiteren Vorgehen zugestimmt – damit geht die Wohnbauflächenentwicklung auf dem Schäferlinde-Areal in die nächste Runde.

Nach Abschluss des Architektenwettbewerbs tagte im Dezember 2021 das Preisgericht und wählte aus den eingesandten Beiträgen einen Sieger aus. Dabei erfolgte die Bewertung anhand von Beurteilungskriterien, die im Auslobungstext exakt definiert wurden. Gefragt war eine hohe Qualität des künftigen Wohngebiets, das den Klima- und Umweltschutz sowie das Verkehrskonzept der Stadt Herrenberg berücksichtigt.

Das Beurteilungsgremium, das sich aus Sach- und Fachverständigen zusammensetzte, empfahl einstimmig, die Arbeit des Architekturbüros Blocher Partners aus Stuttgart in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten des Büros Planstatt Senner aus Stuttgart der weiteren städtebaulichen Planung für das Areal Schäferlinde zugrunde zu legen.

Siegerentwurf

Der Siegerentwurf sieht zwei Plangebiete vor, die Raum für zirka 160 Wohneinheiten bieten sollen.

Im Süden und Westen grenzen die stark frequentierten Nagolder- und Mühlstraße an das Areal an. Die dadurch auftretenden Immissionen sollen durch eine vier- bis sechsgeschossige Blockrandbebauung von der ruhigen Innenbebauung abgehalten werden.

Im ruhigen Innenbereich hingegen sollen drei lineare Baufelder mit vier bis fünf Vollgeschossen entstehen, die nach Nord/Süd ausgerichtet und durch private Gärten zoniert sind. Den Übergang zwischen Innen und Außen wird ein gemeinsamer Wohnhof mit hoher Aufenthaltsqualität bilden und die Topografie des Areals aufnehmen.

Autofreier Innenbereich

Der Innenbereich des Quartiers wird autofrei geplant. Deshalb wird die Zufahrt der Quartiersgarage zentral von Norden über die Straße Schäferlinde erfolgen. Fahrradstellplätze sowie Müllaufstell- und Sammelflächen werden dezentral in kompakten Räumen an den Rändern des Quartiers verteilt.

Freiraumkonzept

Das Freiraumkonzept wurde durch das Büro Planstatt Senner ausgearbeitet. Die Freianlagen gehen auf die bestehende Topografie ein und sehen eine einheitliche Gestaltung vor. Es sollen Grünflächen mit einem hohen Maß an Aufenthaltsqualität entstehen. Die Gebäude, die an den äußeren Grenzen des Plangebiets liegen und durch Grünflächen und Gehölze umfasst sind, lassen im Zentrum eine große zusammenhängende Freifläche für die Anwohnerinnen und Anwohner entstehen. Insgesamt sollen möglichst wenig Flächen versiegelt und artenreiche heimische Gehölze gepflanzt werden.

Energetisches Konzept

Für das Areal der Schäferlinde soll ein nachhaltiges energetisches Konzept erarbeitet werden. In Abstimmung mit Energieberatern und Planern der technischen Gebäudeausstattung und unter Berücksichtigung von ökologischen, technischen und wirtschaftlichen Aspekten wird das für die Wohnanlage optimale System ausgewählt. Zur Diskussion stehen u.a. eine Luft-Wärmepumpe mit Gasheizung zur Abdeckung der Spitzenlastzeiten, eine Photovoltaik-Anlage und fensterunabhängige Lüftungsanlagen.

Ausblick

Im weiteren Projektverlauf wird der Wettbewerbsbeitrag des Büros Blocher Partners entsprechend der Preisgerichtsempfehlung überarbeitet. Dazu zählen die Konkretisierung und die Erbringung des Nachweises der Besucherstellplätze, die Optimierung des Volumens der Tiefgarage durch Anpassung an die topographische Staffelung, die Integration des Radwegs entlang der Mühlstraße in das Konzept, die Prüfung der südwestlichen Bebauungsstruktur in ihrer Höhenentwicklung und die Differenzierung sowie klarere Ausformung der Terrassierung von der Fünf- zur Vier-Geschossigkeit der ost-west-verlaufenden Gebäude in Richtung Bestandsbebauung.

Auf Basis dieses städtebaulichen Entwurfs wird in der Folge der Bebauungsplanentwurf entwickelt. Die erforderlichen Gutachten wurden bereits im Vorfeld erarbeitet, sodass hieraus keine Verzögerungen im Verfahren zu erwarten sind.

Die Stadt hat das Büro Modus Consult mit dem Bebauungsplanverfahren beauftragt. Der Investor Instone Real Estate GmbH hat sich vertraglich zur Übernahme der Kosten des Bebauungsplanverfahrens verpflichtet.

Hochwasserschutz

Das Plangebiet liegt in einem HQ 100-Gebiet. Deshalb ist die Bebauung des Geländes erst möglich, wenn Hochwasserschutzmaßnahmen – wie z.B. Rückhaltebecken – im Außenbereich getroffen wurden. Aus diesem Grund erfolgt parallel zur Bearbeitung des Bebauungsplans- und Wettbewerbsverfahrens die Planung, Genehmigung und Errichtung von Hochwasserschutzmaßnahmen im Erzlochgraben.