Herrenberg blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück. Im Folgenden werden die wichtigsten Etappen und Daten kurz dargestellt.
- 1228 Am 28. März beurkundet Pfalzgraf Rudolf II. von Tübingen in castro nostro Herrenberc einen Gütertausch - in Herrenberg gab es also 1228 bereits eine Burg. 1233 und 1247 wird der Ort Herrenberg in zwei weiteren Urkunden genannt. Der Name dürfte von meines „Herren Berg“, also den herrschaftlichen Weinbergen herrühren, wie die Untertanen zu Reistingen und Mühlhausen sie nannten. Um sich als Winzer besser um diese Weinberge kümmern zu können, wurden die Dorfbewohner aus Reistingen und Mühlhausen am Fuß der Burg angesiedelt, Herrenberg entstand.
- 1276 wird Herrenberg erstmals als oppidum, d.h. als Stadt, bezeugt. Aus der Formulierung Fridericus civis in Herrenberc dictus in Foro können wir schließen, dass einen Markt gab. Das älteste städtische Siegel stammt aus dem Jahr 1278.
- 1293 Am 5. Januar nahm der Konstanzer Bischof Bruder Bonifatius die Weihe der Herrenberger Kirche mit Haupt- und drei Nebenaltären, das Patrozinium St. Maria ist bereits seit 1284 belegt.
- 1347 Am 6. Februar wurde nach der Teilung der Herrschaft im Jahr 1334 auch die Stadt Herrenberg zwischen den Brüdern Pfalzgraf Rudolf III und Konrad I. in Oberherrenberg und Unterherrenberg geteilt. Beide Teile hatten nun ein eigenes Gericht, einen eigenen Schultheißen und auch ein eigenes Stadtsiegel.
- 1382 Für 40 000 Pfund Heller gingen die Herrschaft und die Stadt Herrenberg mit allem Zubehör und allen Rechten im Schönbuch am 10. Februar an die Grafen von Württemberg.
- 1439 Am 3. Juli vollzog der Konstanzer Bischof Heinrich die Gründung eines Kollegiatsstifts an der Pfarrkirche St. Marien, das acht Kanonikate und drei Kaplaneien, letztere für das Spital und die Kapellen zu Mühlhausen und Reistingen besaß. Als Wohnsitz für die Chorherren wurde in diesen Jahren auch mit dem Bau der so genannten Propstei begonnen.
- 1466 Dem ersten der beiden großen Stadtbrände vom 9. Juli 1466 fallen mehr als 90 Häuser den Flammen zum Opfer.
- 1481-1517 Im Zug der Etablierung der Brüder vom Gemeinsamen Leben in Württemberg durch Graf Eberhard im Bart wird auch das Stift Herrenberg in eines der Brüder vom Gemeinsamen Leben umgewandelt. In diese Zeit fallen vor allem die letzten Arbeiten zur Ausstattung der Kirche (Kanzel 1503 durch Hans Hanselmann, Chorgestühl 1517 durch Heinrich Schickhard, Herrenberger Altar 1519 durch Jerg Ratgeb).
- 1525 Herrenberg bleibt vom Bauernkrieg nicht verschont und wird im März wechselseitig von Herzog Ulrich bzw. den Truppen des Schwäbischen Bundes eingenommen. Am 8. Mai greifen die aufständischen Bauern Herrenberg an und verursachen schwere Brandschäden an mehreren Häusern sowie an der Propstei. Auch der Maler Jerg Ratgeb, der 1519 den berühmten Herrenberger Altar vollendet hatte, setzte sich für die Sache der Bauern ein.
- 1534-1536 In Herrenberg gab es bereits früh Anhänger der Reformation. Mit der Rückkehr des Herzogs Ulrich im Jahr 1534 kamen die ersten reformatorischen Prediger, darunter Kaspar Gräter nach Herrenberg. Innerhalb von gut zwei Jahren wurde der Gottesdienst verändert, die mittelalterliche Messe abgeschafft, überflüssige Ausstattungsgegenstände aus der Stiftskirche entfernt und das Stift aufgelöst.
- 1558 Heinrich Schickhardt (gest. 1635), einer der bedeutendsten Baumeister Württembergs und Enkel des Schöpfers des Chorgestühls in der Stiftskirche, wird in Herrenberg geboren.
- 1586 Der evangelische Theologe und Schriftsteller Johann Valentin Andreae (gest. 1654) wird geboren. Er verfasste mit „Christianopolis“ (1619) die erste deutsche Staatsutopie.
- 1592 kommt mit Wilhelm Schickard (gest. 1635), dem Urenkel des Schöpfers des Chorgestühls und Neffen des Baumeisters, ein weiteres bedeutendes Familienmitglied in Herrenberg zur Welt. Man kann ihn als Universalgenie bezeichnen: im Jahr 1623 erfand er eine Rechenmaschine.
- 1634 Im 30jährigen Krieg wird Herrenberg durch die kaiserlichen Truppen geplündert. Der zweite große Stadtbrand zerstört im Juli 1635 etwa 280 Häuser, lediglich die Stiftskirche und einige Häuser am Rand der Altstadt bleiben erhalten. Auch die Pest wütet in der Stadt und rafft 421 Personen dahin.
- 1649 wird das nach dem Brand neu erbaute Rathaus eingeweiht.
- 1683-1684 Erbauung des Fruchtkastens der Stifts- und Geistlichen Verwaltung, nachdem der alte Fruchtkasten, in dem sich auch die Kelter befand, ebenfalls dem Stadtbrand zum Opfer gefallen war.
- 1749 Abbruch der nach mehreren Blitzeinschlägen beschädigten gotischen Türme der Stiftskirche und Neubau der Zwiebelhaube – ein Projekt, das durch den musik- und geschichtsbegeisterten Herrenberger Vogt Gottlieb Friedrich Heß (1697-1761) maßgeblich gefördert wurde. Er ist auch der Verfasser der für die Geschichte von Stadt und Amt wichtigen Chronik.
- 1806 Gleichzeitig mit dem Aufstieg Herrenbergs zur Oberamtsstadt wurde auch das alte Rathaus von 1649 abgerissen und ein Neubau als verputzter klassizistischer Fachwerkbau errichtet.
- 1807 Verkauf des baufällig gewordenen Schlosses auf Abbruch.
- 1838 Erstausgabe des „Intelligenzblatt für den Oberamtsbezirk Herrenberg”.
- 1879 Eröffnung der Gäubahn Stuttgart-Herrenberg-Freudenstadt.
- 1886 Erbauung der ersten städtischen Turn- und Festhalle, der heute so genannten Alten Turnhalle, an der Seestraße.
- 1886-1890 Renovierung der Stiftskirche und Verkauf des Jerg-Ratgeb-Altars.
- 1909/10 Eröffnung der Ammertalbahn nach Tübingen.
- 1931-1932 Bau des Freibades.
- 1933 Mit der Einweihung der katholischen St.-Josefs-Kirche erhalten auch die katholischen Einwohner Herrenbergs nach Provisorien einen angemessenen Gottesdienstraum.
- 1936 Bau der Stadt- und Mehrzweckhalle.
- 1938 Auflösung des Landkreises Herrenberg, Herrenberg kommt zum Kreis Böblingen.
- 1939 Herrenberg hat 3.725 Einwohner.
- 1944/45 Zerstörung durch Luftangriff vor allem im Bahnhofsbereich.
- 1947 Beginn des Wiederaufbaus kriegszerstörter Gebäude.
- 1948 Wiedereinweihung der Spitalkirche.
- 1953 verstirbt Bürgermeister Reinhold Schick, Heinz Schroth wird als sein Nachfolger gewählt
- 1960 Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zwischen Tarare/Rhône (Frankreich) und Herrenberg.
- 1965, 1971, 1972 und 1975 Eingemeindung von Affstätt, Haslach, Kayh, Kuppingen und Mönchberg, Oberjesingen und zuletzt Gültstein.
- 1969 Herrenberg hat 12.510 Einwohner.
- 1970 Partnerschaft zwischen Gültstein und Amplepuis
- 1971-1982 Schließung und Renovierung der Stiftskirche wegen Baufälligkeit.
- 1974 Herrenberg hat 22.000 Einwohner und wird Große Kreisstadt.
- 1982 Einweihung des Kreiskrankenhauses.
- 1983 Einweihung der Musikschule in der Bismarckstr. 12 und der Stadtbibliothek in der Bahnhofstr. 2.
- 1986 Die Stadt Herrenberg stiftet einen jährlichen Umweltschutzpreis.
- 1989 Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zwischen Fidenza (Italien) und Herrenberg.
- 1992 S-Bahn-Anschluss Herrenberg.
- seit 1993 hat Herrenberg ein gemeinsames Amtsblatt
- 1994 Einweihung der neuen Stadtbibliothek (Hofscheuer).
- 1999 Wiedereröffnung der Ammertalbahn.
- 2001 wird vom Gemeinderat die Stelle der Frauen-, heute Gleichstellungsbeauftragten geschaffen
- 2002 wird das Herrenberger Frauennetzwerk gegründet
- 2004-2016 der Stadtjugendring Herrenberg organisiert die inklusive Großveranstaltung "Spiele ohne Grenzen"
- 2005 findet erstmals die Veranstaltungsreihe "Brot und Rosen" rund um den internationalen Frauentag statt
- 2008 Amtseinsetzung von Oberbürgermeister Thomas Sprißler.
- 2009 Stadtentwicklungsprozess „Herrenberg 2020“: Auftaktveranstaltung in der Stadthalle. 59 Stifter/innen gründen Bürgerstiftung. Stadt Herrenberg stiftet eine Paul-Binder-Medaille.
- 2011 Stadtentwicklungsprozess „Herrenberg 2020“: Leitbild und Startschuss für städtebaulichen Ideenwettbewerb. Herrenberg wird Bürgerkommune.
- 2011 Der Herrenberger Stadtteil Kuppingen feiert das 1050. Jubiläum seiner Ersterwähnung
- 2012 Eröffnung des Jerg-Ratgeb-Skulpturenpfads
- 2013 Die Stadtwerke Herrenberg eröffnen die erste Erdgastankstelle der Stadt und verkaufen eigenen Strom
- 2013 Abschaffung der unechten Teilortswahl in Herrenberg
- 2014 Herrenberg feiert 40 Jahre Große Kreisstadt
- 2014 Der Herrenberger Stadtteil Oberjesingen feiert das 700. Jubiläum seiner Erstnennung
- 2014/2015 Zum Jahreswechsel wird Herrenberg in die Fair Trade-Familie aufgenimmen
- 2015 beginnt der Historiker Dr. Marcel vom Lehn (Berlin) seine Recherchen zum Nationalsozialismus in Herrenberg
- 2015 erstes jugendforum in Herrenberg, Beginn des Projekts "Demokratie leben!"
- 2015 wird in Herrenberg das Naturfreibad eröffnet
- 2015 wird Thomas Sprißler mit 97,5 Prozent als Herrenberger Oberbürgermeister wiedergewählt
- 2017 Herrenberger Coworking Space eröffnet
- 2017 Das Buch "Herrenberg im Nationalsozialismus. Stadt und Gesellschaft 1933-1945" wird der Öffentlichkeit vorgestellt
- 2018 trifft der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung zur Reaktivierung und Instandsetzung des Fruchtkasten zu einem Begegnungs- und Ausstellungshaus
- 2019 Der Herrenberger Stadtteil Gültstein feiert 2019 1250-jährige Jubiläum seiner Erstnennung im Lorscher Codex
- 2020 Umbau Seestraße/Horber Straße/Hindenburgstraße – Modellprojekt „Saubere Luft“
- 2020 Atelier Brückner gewinnt den Architekturwettbewerb zur Reaktivierung des Fruchtkastens
- 2020 bis 2022 Leitbildprozess Herrenberg 2035
- 2021 Digitale Bürgerumfrage zum Leitbild Herrenberg 2035
- 2021 Dezernat 3 zieht in das neue Technische Rathaus im Seeländer-Areal um