Gültstein

Der Stadtteil Gültstein liegt südöstlich, gut drei Kilometer entfernt von Herrenberg im oberen Ammertal, umgeben von Feldern und Streuobstwiesen. In der Mitte des historischen Ortskerns liegt die romanische Peterskriche aus dem Jahr 1091, das älteste Kulturdenkmal Gültsteins. Neben Fachwerkhäusern prägen mehrere Zehntscheuern und der renovierte Farrenstall sowie das sanierte und denkmalgeschützte Rathaus von 1786, in dem sich heute das Bezirksamt befindet, das Ortsbild. Für Kunst- und Kulturinteressierte sind das 1908 von dem Eisenbahningenieur Otto Kapp von Gültstein erbaute Schloss, das heute als Tagungszentrum dient, sowie die neuromanische, oktogone Grabkapelle der Familie Kapp auf dem alten Friedhof interessant. Aktuell hat Gültstein 3.466 Einwohner (Stand: Mai 2018).

Industrie und Verkehr

In Gültstein befindet sich Herrenbergs größtes Industrie- und Gewerbegebiet, was auch auf die gute Infrastruktur des Stadtteils zurückzuführen ist: Mit einem direkten Autobahnanschluss an die A 81, an die Landesstraße 1184, die Bundestraße B 28 und die Ammertalbahn verfügt Gültstein über eine gute Verkehrsanbindung. Buslinien verbinden den Stadtteil mit Herrenberg.

Leben in Gültstein

In Gültstein gibt es viele Vereine, Organisationen und Kirchen, die das kulturelle und sportliche Leben prägen: Vom Turnverein über den Obst- und Gartenbauverein und den Posaunenchor bis hin zum Kleintierzuchtverein oder der Freiwilligen Feuerwehr. Rund ums Jahr ist von der Zwiebelkuchen-Hocketse und einer Blütenwanderung, über Konzerte und Feste bis zu sportlichen Veranstaltungen ist einiges geboten. Ein Streuobsterlebnisweg für Familien führt durch das Gültsteiner Streuobstland. Auch der nahe gelegene Schönbuch bietet viele Erholungsmöglichkeiten. Im Backhaus können alle, die möchten, ihre Backkünste unter Beweis stellen. Mehl hierfür gibt es direkt vor Ort bei der im 11. Jahrhundert erbauten Gültsteiner Mühle, einem Familienbetrieb mit langer Tradition. Hotels, Restaurants und Gaststätten sowie mehrere Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungsanbieter sind ebenfalls vorhanden. In Planung ist aktuell ein Pflegeheim.
Im Jahr 2019 feiert Gültstein sein 1.250-jähriges Bestehen, unter anderem mit einem Festakt (6. April) und einem großen Fest mit Musik, Konzerten und einem Festumzug (24. bis 27. Mai).

Das Jubiläum geht zurück auf die erste urkundliche Erwähnung von Gültstein im Jahr 769. In einer Urkunde aus diesem Jahr ist zu lesen, dass ein Gültsteiner Adliger dem Kloster Lorsch in Hessen eine Schenkung überlassen hat.

Unterstützung gesucht!

Eine Vereinsgemeinschaft kümmert sich bereits jetzt um die Vorbereitung des Jubiläums und freut sich über viele Helferinnen und Helfer. Wer mitmachen und Ideen einbringen oder beim Zeltaufbau und -abbau anpacken möchte, wer beim Festumzug oder bei der Bewirtung mithelfen möchte, kann sich beim Bezirksamt Gültstein oder der Vereinsgemeinschaft melden.

Homepage der Vereinsgemeinschaft Gültstein e.V. (VGG) zum Jubiläum

www.1250-jahre-gueltstein.de

Erste Ansiedlungen

Eine fruchtbare Kulturlandschaft mit satten Feldern und blühenden Zwetschgen- und Kirschbäumen umrahmt Gültstein. Schon sehr früh wurde diese so fruchtbare und klimatisch bevorzugte Gegend besiedelt. Erste Ansiedlungen gab es bereits vor 4.000 Jahre. Angesiedelt hatten sich hier Sueben und Alemannen, zeitweilig die Römer etwa 300 nach Christus mit Römerstraße und Garnison.

Gründung

Um 600 nach Christus wurde der Stadtteil Gültstein als „Giselstetten“ gegründet. Namensgeber war ein alemannischer Fürst namens Gisilo.

Gründungsjahr

Als Gründungsjahr von Gültstein gilt 769, das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch. Gültstein ist damit der älteste Ort im Gäu und im Landkreis Böblingen. Im Jahr 2019 feiert der Stadtteil sein 1.250-jähriges Bestehen.

8. Jahrhundert

Ins 8. Jahrhundert fällt auch die Besetzung durch die Franken und der Bau der ersten Kirche am jetzigen Standort der Peterskirche.

12. Jahrhundert

Bis ins 12. Jahrhundert ist Gültstein der Mittelpunkt des vorderen Ammertals mit Markt-, Mühlen- und Kirchenrechten.

Mönchberg: Ortsteil von Gültstein

Mönchberg war bis 1830 über 200 Jahre Ortsteil von Gültstein.

Die Eisenbahn kommt

Um 1900 lässt sich der international renommierte Eisenbahnpionier Otto Kapp, der Erbauer der Bagdad-Bahn, in Gültstein nieder. Er sorgt für die Eisenbahnverbindung zwischen Herrenberg und Gültstein und für den Bau des Gültsteiner Bahnhofs.

Otto Kapp von Gültstein: Ehrenbürger seit 1913

Otto Kapp von Gültstein war ein Ingenieur im Eisenbahnbau, der Eisenbahnen in Serbien, Türkei, Albanien, Griechenland, Irak, Syrien und China gebaut hat und viel für die Planung und Bauleitung für den Kanal von Korinth geleistet hat. Auch an der Eisenbahnerschließung in Württemberg und in Deutschland war er maßgeblich beteiligt. Wegen seiner Leistungen wurde Otto Kapp von Gültstein vom württembergischen König in den erblichen Adelsstand erhoben. 1913 erhielt er die Ehrenbürgerwürde von Gültstein.

Aufschwung durch Industrieansiedlung

Aus dem bis dahin landwirtschaftlich geprägten Stadtteil entwickelte sich ab 1965 mit der Ansiedlung des ersten Industriebetriebes eine Gemeinde, die heute Standort namhafter, international tätiger Unternehmen ist. Mit der Ansiedlung dieser Betriebe und den damit verbundenen fast 3.000 neuen Arbeitsplätzen stieg auch die Einwohnerzahl. Heute leben mehr als 3.466 Menschen in Gültstein (Stand: Mai 2018).

Eingemeindung

Seit dem 5. Juli 1975 ist Gültstein ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Herrenberg.

Ortskernsanierung

Im Rahmen des Landessanierungsprogramms wurden im Ortskern alle Straßen und Plätze neu gestaltet. Darüber hinaus wurde das denkmalgeschützte Rathaus, die Zehntscheuer und das alte Schulhaus saniert. Viele private Häuser wurden ebenfalls renoviert, modernisiert oder abgetragen und neu errichtet.

Partnerschaft mit Amplepuis

Seit 1970 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Amplepuis im Département Rhône ein.

Südumfahrung

Seit dem Jahr 2000 besteht die Gültsteiner Südumfahrung, die eine Verkehrsberuhigung des Ortskerns ermöglicht.

Heute

Heute hat Gültstein rund 3.500 Einwohner und das größte zusammenhängende Gewerbegebiet der Stadt Herrenberg.
In Gültstein gibt es drei Kindertageseinrichtungen und eine Grundschule.


Volkshochschule Herrenberg Außenstelle Gültstein
www.vhs.herrenberg.de

Evangelische Kirchengemeinde Gültstein

www.gemeinde.gueltstein.elk-wue.de

Katholische Kirchengemeinde Herrenberg, Gut-Hirten

www.kkg-herrenberg.drs.de
Vom Sport- bis Kunstverein, vom Fasnets- bis zum Obst- und Gartenbauverein reicht die Bandbreite in Herrenberg. Sie möchten wissen, welche Vereine und Organisationen es in Gültstein gibt? Hier gibt es

alle Vereine im Überblick

Übrigens: Im Amtsblatt der Stadt Herrenberg informieren die Gültsteiner Vereine und Organisationen über ihre Aktivitäten.