Der Herrenberger Fruchtkasten – Fachwerkgröße mit frühstädtischem Kern. Der Fruchtkasten, ein im Jahr 1683 neu errichteter Kombinationsbau aus Kelter und Fruchtkasten, ist der „Gigant“ unter den Fachwerkbauten der Herrenberger Altstadt und markiert deren Südostecke. Er steht unter Denkmalschutz und ist zudem das zweitgrößte historische Gebäude Herrenbergs nach der Stiftskirche. Im Kern ist das Bauwerk noch weit älter als es das Erbauungsjahr vermuten lässt. Im Inneren des Fruchtkastens wurde der „Zehnt“, d.h. die Abgaben von Ernteerträgen an die Herrschaft, gelagert.
Veranstaltungen im Fruchtkasten
Es konnten keine entsprechenden Veranstaltungen gefunden werden.
Chronik des Fruchtkastens
| ca. 1200 | Gründung der Stadt Herrenberg durch die Pfalzgrafen von Tübingen |
| 1. Hf. 13. Jh.? | Erbauung des „Steinbaus“ |
| 1382 | Verkauf der Stadt Herrenberg an die Grafen von Württemberg |
| 1495 | Württemberg wird Herzogtum |
| 1525 | Sturm auf Herrenberg im Bauernkrieg am 8. Mai |
| 1526 | Kelter mit 4 Bäumen beim Tübinger Tor erwähnt |
| 1537 | Einführung der Reformation in Herrenberg |
| 16. Jh.? | Anbau der „Zeughütte“ an den Steinbau |
| 1616 | Heinrich Schickhardt bezeichnet Gebäude als „Kelter“ und „Zeughütte“ |
| 1627 | Erwähnung eines „Fruchtcastens“ auf der Kelter |
| 1635 | Stadtbrand zerstört große Teile von Herrenberg inkl. Kelter |
| 1682 | Initiative zum Neubau des Fruchtkastens durch Stiftsverwalter Martin Maurer |
| 1683/84 | Bau des heutigen Stiftsfruchtkastens |
| 1686 | Reparaturen am neuen Fruchtkasten |
| bis 1806 | Nutzung als Stiftsfruchtkasten mit regelmäßigen Instandhaltungen |
| 1806 | Württemberg wird Königreich |
| ca. 1810 | Ende der Nutzung als Kelter, Umbauten mit Zwischengeschoss und Fachwerk |
| 1851 | Kauf durch die Stadt Herrenberg nach Zehntablösung |
| 2. Hf. 19. Jh. | Innenumbauten, Nutzung durch Stadtverwaltung und Schulen |
| 1906 | Verblendungsarbeiten am Fruchtkasten |
| 1909 | Kaufangebot zum Abriss abgelehnt |
| 1926 | Eintragung ins Landesverzeichnis der Baudenkmale |
| 1929 | Renovierung zur 700-Jahrfeier |
| 1973 | Dacherneuerung und Sichtbarmachung der Struktur des Steinhauses |
| 1997 | Sanierung der Südgiebel-Fassade |
| 1998 | Einrichtung der stadtgeschichtlichen Ausstellung „Schlaglichter 1250–1900“ |