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06 Schule und Jugend im Nationalsozialismus

Schulstraße 7
71083 Herrenberg
Stadtteil: Kernstadt
Gruppenfoto des Bundes deutscher Mädchen

Gruppenfoto Bund deutscher Mädchen und Hitlerjugend

Aufmarsch der Hitlerjugend

Aufmarsch der Hitlerjugend


Die NSDAP versuchte, die Kinder und Jugendlichen mit attraktiven
Freizeitangeboten zu beeinflussen, sodass sie von klein auf dem nationalsozialistischen Bild entsprachen und dieses weitergaben. Dazu gab es die Jugendorganisation, die nach Alter und Geschlecht aufgeteilt war. Die Jungen hatten die Möglichkeit ihren Hobbys nachzugehen, z.B. in der Reiter- oder Flieger-Hitler-Jugend. Deswegen war sie besonders in kleineren Städten wie Herrenberg sehr beliebt. Auch die Aussicht auf Heimabende zusammen mit Freunden war vor allem für Mädchen sehr verlockend.
 
Allerdings war das Hauptziel der NSDAP, die Kinder und Jugendlichen nationalsozialistisch zu erziehen, was sich auch in der Schulbildung zeigte. Bereits 1933 gab es NS-Rituale im Unterricht wie z.B. den Hitlergruß zu Unterrichtsbeginn. Die Schule sollte „Begeisterung für väterliche Größe“  wecken. So wurde z.B. in Matheaufgaben die NS Ideologie eingebaut und in Biologie Rassenkunde gelehrt. Wie weit das umgesetzt wurde, war allerdings von den Lehrern abhängig.
 
Außerdem sollte die Jugend auf spätere Kriegsdienste vorbereitet werden. Dazu wurden sowohl in der Schule als auch in den Jugendorganisationen militärische Übungen gemacht, z.B. Marschieren. Dies führte beim Bund Deutscher Mädchen zu einem Konflikt, da es der NS-Ideologie der Frau widersprach. Während der Kriegsjahre wurden Jungen immer früher als Kriegshelfer, z.B. als Flakhelfer, einberufen oder mussten z.B. als Erntehelfer arbeiten. Deswegen gingen viele nicht mehr regelmäßig zur Schule. 1945 war in Herrenberg wegen der ständigen Luftangriffe kaum noch Unterricht möglich.

Sie hören einen fiktiven Auszug aus dem Tagebuch eines zu Beginn 10-jährigen Mädchens zwischen 1935 und 1945: