Station

07 Zweiter Weltkrieg

Bahnhof
71083 Herrenberg
Stadtteil: Kernstadt
Gruppenfoto deutscher Soldaten
 
Gruppenfoto deutscher Soldaten

Zweiter Weltkrieg

 
Wie wirkte sich der Zweite Weltkrieg auf die Herrenberger aus und wie verlief die Kriegsendphase?
 
In Herrenberg war bereits vor Kriegsbeginn die nationalsozialistische Ideologie verbreitet. Daraus folgte eine mehrheitlich freiwillige Gleichschaltung in Herrenberg. Die zu Kriegsbeginn anfängliche Unsicherheit und Angst wurde nach und nach durch die Siege der Deutschen immer mehr verdrängt und schlug in Erleichterung um. Soldaten, die dem Krieg zum Opfer fielen, wurden von der Gesellschaft in Herrenberg als Helden gefeiert.
 
Ab 1943 fing die Stimmung an zu kippen, aufgrund der ersten Rückschläge der deutschen Streitkräfte. Die Enttäuschung und Ernüchterung war groß, trotzdem befolgten viele Hitlers Befehle und glaubten noch an den Sieg, jedoch nicht mehr mit der gleichen Leidenschaft. Am 19.Juli 1944 spürten die Bürger aus Herrenberg erstmals den Krieg am eigenen Leibe, denn bei einem Luftangriff kamen sechs Bürger ums Leben.
 
Im April 1945, als die französischen Besatzungssoldaten ankamen, gab es Menschen, die bis zum Ende blutige Straßenkämpfe führten. Es gab etliche Brände, Plünderungen und Vergewaltigungen. Manche sahen die Niederlage ein und ergaben sich. Schließlich besetzten französische Truppen Herrenberg. Dadurch, dass die Männer im Krieg gefallen oder Kriegsgefangene waren und die NS-Herrschaft vorbei war, waren die Familien auf sich selber gestellt.
 
Nach dem Krieg distanzierten sich die Herrenberger zum Teil von der NS-Zeit und wollten an die Zeit davor anknüpfen. Beispielsweise wurden die Straßen, die nach Nationalsozialisten benannt worden waren, wieder umbenannt.

Sie hören einen fiktiven Brief aus der Sicht eines Herrenberger Gefreiten zur Weihnachtszeit 1942: