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Jugger: Gewaltpräventives und Gruppendynamisches Spiel


Kinder beim gruppendynamischen SpielDas ist doch viel witziger meint der eine, andere suchen sich schon den Gegner mit dem sie die Kräfte messen wollen. Die Spielleitung betont noch einmal, dass das Ziel sein soll den Jugg (den Spielball) ins generische Haus zu bringen. Ihr müsst euren Läufer beschützen, denkt daran, er ist der einzige der den Jugg tragen darf. Darüber hinaus auch der einzige der ohne Waffe aktiv ist.

Anders als beim Fußball dauert eine Spielrunde hier nur 90 Sekunden. Es wird eingezählt und dann geht es los. Schnell ist die erste Runde vorbei. Während alle Waffenträger wild aufeinander zu stürmen und den Spielball ignorieren, schnappt ihn sich der erste Läufer und erzielt problemlos einen Punkt. Bei den Verlierern der ersten Runde herrscht Krisenstimmung. Was folgt ist eine Reflexion im Team, unterstützt von ihrem Coach. Schnell ist klar, jeder hat auf sich geachtet, keiner auf das Team und noch weniger auf den gegnerischen Läufer. Mit so einer großen Pompfe fühlt man sich aber auch einfach total stark.

In der zweiten Runde dann schon ein anderes Bild. Das Verliererteam konzentriert sich schon mehr in Richtung des generischen Läufers. Eine Person wird für den Schutz des Läufers abgestellt. Nach einer kurzen zweiten Runde ist der Ausgleich erzielt. Es dauert noch einige Spielrunden, die geprägt von Ausprobieren und reflektieren geprägt sind aber langsam werden die Runden länger und das Ziel klarer. Es gilt den Schwächsten, den Läufer, zu beschützen.

Nach einer halben Stunde sitzen die Spieler erschöpft auf dem Boden. Wer jetzt eigentlich mehr Runden gewonnen hat weiß keiner mehr so richtig. Die Dialoge drehen sich eher darum, mit welchem Trick man seinen Läufer geschützt hat oder welchen Winkelzug man sich für einen Überraschungsangriff überlegt hat. Das was alle in diesem Workshop gelernt haben ist, dass es nicht nur auf starke Individualisten ankommt. Es braucht einen Gruppenzusammenhalt und Teamwork. Selbst der Schwächste hat seinen Platz und Aufgabe in der Gruppe. Vor allem darf er aber nicht alleine im Regen stehen gelassen werden. Er braucht Unterstützung, damit er den Sieg für sein Team holen kann. 

Author: Christian Kleimann