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Aussteuer Handarbeiten - Traditionelles Kunsthandwerk türkischer Frauen


Ausstellung Traditionelles Kunsthandwerk türkischer Frauen Safak Arici Baspinar klärt zunächst über den kulturellen Hintergrund der Arbeiten auf. Dabei bereiten die Mütter und Großmütter bei Geburt eines Mädchens schon die Mitgift vor, indem sie feinste Handarbeiten anfertigen. Die Mitgift war zu Zeiten des Osmanischen Reiches ein wichtiger Bestandteil der Hochzeitszeremonie. Die Handarbeiten wurden im Haus der Brauteltern aufgestellt und danach auf einen geschmückten Wagen geladen um die Aussteuer zum neuen Heim der Braut zu transportieren. Dort wurde die Mitgift dann nochmals ausgestellt. Mit der Mitgift konnte das neue Heim eingerichtet werden. Jedoch ist diese auch als soziales Pfand für die Frau gedacht, indem es deren Existenz absichern sollte, falls der Ehemann starb, da die Mitgift im Besitz der Witwe blieb.

Jedes der ausgestellten Stücke erzählt eine persönliche Geschichte und vermittelt verschiedene Emotionen und Herzblut. Die Stücke wurden mit uralten Techniken hergestellt, wie der türkischen Nadelspitze, der Mekik-Technik, der Webekunst der Kelim oder der Handwerkskunst Tel Kirma. Die Werke sind sehr bunt und verschlungen und weisen viele Muster auf. Dies ist auf das Abbildungsverbot im Islam zurückzuführen. Man hat es mit einer universellen Formsprache zu tun.

Diese Ausstellung konnte von  bis 30. Juni 2017  unter dem Titel „Kiz besikte, çeyiz sandikta“ – Aussteuer als traditionelles Kunsthandwerk in der Herrenberger VHS begutachtet werden.

Authorin: Aysha Muammer-Kurban