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F.ü.R. - Präventionsprojekte zum Thema Gewalt


F.ü.R Schulinterne GewaltpräventionZiel des Projektes ist es, den Schülern die verschiedenen Gewaltformen im Umfeld Schule aufzuzeigen und ihnen die Möglichkeit zu geben, anders zu reagieren und damit besser in Zukunft umzugehen. Die Schüler haben die Möglichkeit dies in Kleingruppen zu üben. Durch dieses Projekt soll die Klassengemeinschaft gestärkt/verbessert werden.

Am Montag und Dienstag den 03.04. und  04.04.2017 ist unser Projekt in den 5. Klassen gestartet. Jeweils zwei Klassen kamen mit ihren Klassenlehrern zu uns. Die katholische Kirche St. Martin hat uns freundlicherweise Räume an diesen beiden Tagen zur Verfügung gestellt. So konnten wir in der großen Gruppe als auch in Kleingruppen an den verschiedenen Themen arbeiten. Mit einem RAP haben wir die Schüler auf den Vormittag eingestimmt.

Nach einer kurzen Vorstellungssrunde der Eltern wurden die Ziele des Projektes erklärt. Thema des Vormittages ist, über die Gewaltformen zu sprechen, die die Schüler aus ihrem Umfeld kennen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie damit in Zukunft besser umgehen können, um so die Klassengemeinschaft zu stärken.

Dann durften die Schüler*innen in Stichworten nennen, was sie alles schon in ihrem Umfeld an Gewalt gesehen oder erfahren haben. Hier kam einiges zusammen. In 6 Kleingruppen wurden die von den Schülern genannten Themen ( körperl. Gewalt, Cybermobbing, Erpressung, Sachbeschädigung, Ausgrenzung und Gewalt mit Worten) bearbeitet und vertieft. In einem kleinen Rollenspiel durften die Schüler ihren Klassenkameraden vorstellen was sie bearbeitet haben.

In 3 weiteren Rollenspielen haben die Eltern auf das Thema Sachbeschädigung übergeleitet und danach mit den Schüler*innen diskutiert. Thema war hier unter anderem, wer für die Kosten aufkommen muss und was man stattdessen mit dem Geld machen könnte, wenn es nicht für Reparaturen ausgegeben werden muss. Auch auf den Unterschied zwischen "Petzen" und "einen Vorfall melden“ sind wir eingegangen.
Danach konnten sich die Schüler*innen wieder zurücklehnen und in weiteren Rollenspielen zusehen, wie ein Schüler zum Mobbingopfer wird und von seinen Freunden im Stich gelassen wird. Seine Wut steigert sich und schließlich lässt der Schüler die Wut an einem kleineren/körperlich schwächeren Schüler aus.

Das dritte Rollenspiel der Eltern bezieht sich auf die Macht der Worte. Hier werden „Sarah“ böse Worte wie „Fette Sau, Pickelfresse, Looser, Du hast ja keine Freunde“ eingeflüstert. Mit jedem Schimpfwort, das sie sich anhören muss, wird ein Seil um  sie herum gespannt, sodass die Worte sie , bildlich gesehen, komplett einengen und hilflos machen. Hier wird sehr eindrucksvoll die Macht der Worte demonstriert.

Diese Rollenspiele haben den zweiten Themenblock – Zivilcourage, Wut, Macht der Worte- eingeführt den die Schüler nun  in 3 Gruppen weiter bearbeiten und vertiefen. In der ersten Gruppe wird das Rollenspiel der Eltern noch einmal aufgegriffen und eine Schulbusszene, in der ein Schüler von einem anderen Schüler mies behandelt wird bearbeitet. Hier überlegen sich die Schüler, wie man das Opfer beschützen kann, ohne den Täter aggressiv zu machen. „Gewalt führt zu noch mehr Gewalt“, war hier eines der Ergebnisse, die die Schüler für sich herausgefunden haben. Sehr clever haben sich die Schüler hier mit dem Rücken zum Täter rund um das Opfer platziert und haben ihm sozusagen die kalte Schulter gezeigt. Als weiteres Ergebnis wurde hier Zivilcourage besprochen und erklärt.

Die zweite Gruppe hat sich mit der Wut beschäftigt. Hier durften die Schüler erzählen, wie sie merken, dass sie wütend werden und sich Möglichkeiten überlegen ihre Wut wieder loszuwerden ohne irgendetwas zu beschädigen oder Andere, Schwächere körperlich anzugehen.  Viele tolle Möglichkeiten sind hier zusammen gekommen. Fussball spielen, Musik hören, auf den Sitzsack/Kopfkissen schlagen, mit dem Hund rausgehen, laut schreien usw. Die Schüler haben ihre Ideen auf Luftballons geschrieben und ihren Mitschülern in der großen Gruppe vorgestellt was sie bearbeitet haben. Danach hat jeder seinen Luftballon losgelassen, sodass die Wut praktisch verflogen ist.

Die dritte Gruppe hat sich mit der Macht der Worte beschäftigt. Ganz kurz sind wir nochmal auf die negativen Worte eingegangen und haben erörtert, wie uns solche Worte verletzen, deprimieren, fassungslos und traurig machen. Dann haben wir uns mit dem Gegenteil, mit positiven Worten beschäftigt. Der Schulfotograf hatte für uns von jedem Schüler ein Einzelfoto gemacht, das wir ausgedruckt und auf farbige Kärtchen geklebt hatten. In unserer Gruppe haben die Schüler dann über jedes Kind aufgeführt, was sie an ihm toll finden. Zusätzlich war die Aufgabe, diese positiven Eigenschaften dann demjenigen auch direkt zu sagen. Eine Aufgabe, die am Anfang ungewohnt war, den Schülern aber zunehmend Spass gemacht hat. In Zweiergruppen haben sich die Schüler gegenseitig die guten Eigenschaften ihrer Freund/in dann vorgelesen. Einige Schüler haben festgestellt, dass es gut tut, wenn die anderen so wertschätzend über sie sprechen, einige waren überrascht, dass die Anderen ihre guten Eigenschaften erkannt haben.  Die Fotos wurden an ein Netz geklebt. Die Klassenlehrer, die ja den ganzen Vormittag dabei waren und ihre Schüler bei den verschiedenen  Gruppenarbeiten beobachten konnten bekamen am Ende das Netz überreicht und die Aufgabe dies mit den Fotos der anderen Schüler in einer Klassenlehrerstunde zu machen.

Die Schüler sind dann mit dem Eingangs-RAP verabschiedet worden. Diesmal wurde gemeinsam mit Allen gerapt. Als Erinnerung bekam noch jeder Schüler ein Armband mit dem Motto des Vormittages –F.ü.R. – Freunde üben Rücksicht- geschenkt.
Dieses Projekt wurde unterstützt durch den Projekte-Pool Herrenberg. Mit dem Förderbeitrag war es uns möglich das Projekt vorzubereiten und die verschiedenen Unterlagen/Materialien zu besorgen. 

Authorin: Anya Raschbacher