Projektepool

Jubiläums-Staffellauf des TSV Kuppingen von „Unter den Linden“ Kuppingen nach „Unter den Linden“ Berlin


Läuferinnen und Läufer des Staffellaufs vor der Berliner SiegessäuleDie sportbegeisterten Läuferinnen und Läufer machen sich auf den Weg nach Berlin. Aber nicht etwa per Bahn, Flugzeug oder Auto sondern zu Fuß!. Auf dem Programm steht der Jubiläumsstaffellauf, den sie sich selbst zu ihrem 25-jährigen Jubiläum des Lauftreffs schenken.
Vier Nächte, drei Tage, 786 km, 77 Etappen und viele spannende Erlebnisse stehen den 54 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bevor. Zwischen 16 und 78 Jahren sind sie alt und selbst zwei Walkerinnen machen sich mit auf den Weg.
Gestartet wird in Kuppingen, am Sportheim „Unter den Linden“. Der Prolog, zu dem öffentlich eingeladen ist, führt die TSVler und zahlreiche Gäste zunächst auf den Herrenberger Marktplatz.
Dort wird nach diversen Ansprachen das erste Team auf die Strecke geschickt. Mit im Gepäck haben sie einen Demokratie-Auftrag den ihnen Oberbürgermeister Sprißler offiziell im Staffelstab überreicht hat. „Jedes einzelne Team hat in den nächsten Tagen die Aufgabe, das Grundgesetz transparent zu machen, sich mit den zugelosten Grundrechten auseinanderzusetzen, die Bevölkerung auf der Strecke mit einzubinden, zu spüren, zu erleben und zu vermitteln, was es heißt, in einer freiheitlich-demokratischen Staatsform zu leben. Lassen Sie das Grundgesetz leben und machen Sie Sie sich und möglichst vielen Menschen auf der Strecke ein Bild von diesem wertvollen Schatz.“ So der Original-Text in Sprißlers Auftrag.
Was die sieben Teams unterwegs erleben ist grandios. Laufen um Mitternacht unter dem Schutz des Kuppinger Mondes, Etappen in sengender Hitze in Brandenburg, geschichtsträchtige Besuche wie z.B. in Wittenberg in der Laufpause, schwierige Streckenabschnitte am Rennsteig, gesperrte Brücken oder romantisches Laufen in der Morgendämmerung. Und immer wieder Gespräche mit Bürgern auf der Strecke. Gespräche über den Staffellauf und Gespräche über das Grundgesetz. Denn jedes Team ist beauftragt zu den ihm zugelosten Artikeln Fotos machen, die das Grundrecht widerspiegeln. Da ist z.B. Artikel 3 „Gleichheit vor dem Gesetz“. Das Team spricht Menschen schwarzer Hautfarbe, fremder Herkunft, Muslime, behinderte und ältere Menschen an. Nach ausreichend Information wird zur Auftragserfüllung auf den Auslöser des Fotoappartes gedrückt.
In Berlin werden die Kuppinger am Samstagmorgen vom Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz empfangen. Selbst OB Sprißler hat sich auf den Weg nach Berlin gemacht um die Finaletappe bis „Unter den Linden“ gemeinsam mit den TSVlern zu laufen. Diversen Fotoshootings an der Siegessäule, vor dem Brandenburger Tor, vor dem Reichstag, vor dem Kanzleramt folgt der offizielle Empfang im Paul Löbe aus.
Auf einem A0-Poster, natürlich mit den entsprechenden Logos, präsentiert die stolze Gruppe die ersten Ergebnisse ihres Auftrags und erzählt die Geschichte zum Foto. Und das direkt am Mikrophon an dem sonst die Abgeordneten sprechen!
„Auftrag mehr als erfüllt“ attestiert OB Sprißler und auch Marc Biadacz lobt die Aktion, die von der Basis aus noch viel mehr Wirkung hat. Am frühen Mittag besucht die Läuferschar gemeinsam die Kuppel des Reichtages bevor sie seit vier Tagen das erste mal wieder Zeit zur individuellen Gestaltung hat. Niemand muss sich mehr drum kümmern wann er wo sein muss um seine nächste Etappe laufen zu können. Auch ein Gefühl der Freiheit ;-)!
Nach einem schönen Abschlussabend in einer typisch Berliner Lokalität, nicht nur zufällig „Unter den Linden“, machen sich die Teams in ihren Kleinbussen am Sonntag wieder auf den Weg nach Hause.
Im Gepäck haben sie alle zahlreiche, unvergessliche Erinnerungen an eine tolle Gemeinschaft, zahlreiche Begegnungen und 786 gelaufene Kilometer.
Ein großes Dankeschön gilt dem Organisationsteam, allen Helfern, Sponsoren und Unterstützern. Hier sei insbesondere die Stadt Herrenberg erwähnt, die das Kuppinger Laufteam in besonders großzügiger Weise finanziell gefördert hat.
So wurde den Teilnehmern dieses einmalige Erlebnis möglich gemacht. Überwältigt waren die Lauftreffler von den vielen Teilnehmern am Prolog, der Verabschiedung am Herrenberger Marktplatz und dem tollen Empfang in Berlin durch unseren OB Thomas Sprißler und Bundestagsabgeordneter Marc Biadacz.
Der Demokratieauftrag hat dem sportlichen Event einen ganz besonderen Rahmen gegeben. Sich mit dem eigenen Grundgesetz auseinander zusetzen, dazu noch in Berlin an den prägenden Orten der Wiedervereinigung zu stehen, hat alle nachdenklich gemacht und zu tollen Begegnungen und Diskussionen geführt.
Das Laufen rund um die Uhr, ohne längere Erholungsphasen und mit wenig Schlaf war eine körperliche Herausforderung. Zwischen den Etappen schlafen, essen, Strom suchen, schnell mal duschen, zur nächsten Wechselstelle navigieren, vom Demokratie-Auftrag erzählen und die Artikel bildlich darstellen - so schnell hat man im Urlaub noch nie abgeschaltet und vergessen welcher Tag eigentlich ist. Jeder Meter der auf der Strecke laufend zurück gelegt wurde, war ein Geschenk. Das Gemeinschaftsgefühl, die Landschaft und Ortsansichten sowie insbesondere das Laufen bei Nacht im Mondschein werden sie lange in Erinnerung behalten. Besonders dankbar ist das große Team, dass alle gesund in Berlin angekommen sind und das Wetter so perfekt mitgespielt hat.
Per Messenger stehen alle Busse auf der Heimfahrt in Verbindung. Über was sie sich gerade austauschen? Ideen für den nächsten Staffellauf! WIR BLEIBEN NICHT STEHEN! Vielleicht ja 2020 vom Schönbuchturm zum Eiffelturm, im Gepäck der Friedensauftrag zur deutsch-französischen Freundschaft, da sich das Kriegsende zum 75. Mal jährt….
 
Wer weiß ? Wer weiß - was den rührigen Kuppingern noch so alles einfallen wird!