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Ein Lachen an dem Ort an dem es sonst nur Tränen gibt.


Yasin Adigützel berichtet von seiner Arbeit mit GeflüchtetenYasin Adigüzel war am Nachmittag des 19. Januar 2017 an der Hilde-Domin-Schule in Herrenberg bei angehenden Erzieherinnen und Erziehern, interessierten Kollegen aus den Vorbereitungsklassen, worin überwiegend Flüchtlingen sind, und den Schulsozialarbeitern.

Der Theologe und Islamwissenschaftler zeigte den Auszubildenden anschaulich was das Problem ist mit der Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturen, erklärte Fluchthintergründe und bot Möglichkeiten für den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen. Er erklärte anschaulich was es eigentlich heißt fremd zu sein, anhand seiner eigenen gesammelten Erfahrungen aus seinen Reisen.

 Ehrenamtlich engagiert er sich seit drei Jahren in einem Schulprojekt für syrische Flüchtlingskinder in Gaziantep, einer türkischen Stadt nahe der syrischen Grenze. Hier hat er mit anderen eine Möglichkeit für geflüchtete Kinder aufgebaut, einfach Kind sein zu können. Sie haben eine Wohnung gemietet und boten erst für 25 Kinder ein Grundschul-Programm. Dort bekamen die Kinder zusätzlich zu dem Unterricht täglich eine warme Mahlzeit. Die Kinder dort waren dankbar für alles, was man ihnen bot. Doch schnell war klar, dass was sie dort angefangen haben noch zu klein war. Denn mehr als 25 Kinder konnten sie nicht aufnehmen. So wuchs das Projekt und heute sind es bereits 180 Kinder, die dort betreut werden. Dort, wo so viel Leid herrscht, hat es Yasin geschafft Kindern, die alles verloren haben, ängstlich und traurig sind und die absolut nichts für ihre Situation können, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Doch nicht nur dieses Lächeln ist wichtig sondern auch die Bildung und Hoffnung. Er erzählte, dass für die Kinder das Schlimmste das Wochenende sei, an dem es keine Schule gibt. Das allerschlimmste für die Kinder wären jedoch die großen Ferien, wo zwei Wochen lang keine Schule ist.

Max (auszubildender Erzieher): „Das was dort erreicht wurde. ist für mich total beeindruckend und enorm wichtig.“ So wie Max erging es den meisten Teilnehmern, viele waren emotional sehr berührt und von der Echtheit des Referenten angetan.

 

 Was zudem von Bedeutung ist, erläuterte Herr Adigüzel, ist die Arbeit hier mit denen die diese gefährliche Reise zu uns geschafft haben. "Hingehen statt warten" war ein Tipp den Yasin an die Auszubildenden hatte.  Ein Tipp den jeder einzelne von ihnen umsetzen kann. Keine Angst vor Fehler haben und vielleicht zaubern sie so anderen Menschen auch ein Lächeln ins Gesicht. „Die Übung mit dem Sich Begegnen ohne die Sprache zu kennen, fand ich richtig gut“ meinte eine Teilnehmerin. Durch kleinere Erfahrungsübungen wurde der Nachmittag zu einem Lernerlebnis für die Teilnehmer, welches hoffentlich noch nachwirkt.