"Demokratie leben!" 2023 - Vielfältig beteiligen!

Im Jahr 2023 konnten mit Hilfe des Bundesprogramms "Demokratie leben!" einige innovative Beteiligungs-Projekte in Herrenberg umgesetzt werden. Wir haben neue digitale Beteiligungsmethoden ausprobiert und mit Augmented Reality experimentiert, wir haben lokal und vor Ort beteiligt, wir haben einen Bürgerrat einberufen und die Stadt in eine Theaterbühne verwandelt.

Rückblick 2023 - Was ist passiert

Open Air Event - Augmented Reality meets Stadtplanung


Partizipation der Zukunft selbst ausprobieren und mitmachen!
Am Samstag, 08. Juli 2024 lud die Stadtverwaltung Herrenberg alle medienaffinen Herrenbergerinnen und Herrenberger zum Mitmachen auf dem Gelände des ehemaligen Freibads auf dem Areal Aischbachstraße ein.
 
Im Rahmen des IBA-Festivals 2023 probierte das Amt für Stadtentwicklung zusammen mit dem Herrenberger Team Beteiligung und Engagement und der school of participation ein Beteiligungsformat der Zukunft aus.

Zentrale Frage: Wie kann etwas erlebbar werden, was noch weit in der Zukunft liegt? Gemeinsam sammelten wir Ideen für den zukünftigen Stadtpark auf dem Gelände des ehemaligen Freibads mit Hilfe von Augmented Reality.

Getestet wurde auf dem Gelände die „Yona-App“, eine Form der „Augmented Reality“ (AR) – bei der die reale Welt um virtuelle Elemente ergänzt wird. Wie beispielsweise beim Pokémon-Spiel.
„Wir probieren eine künftige Beteiligungsmethode aus“, so Watkins. „Bürger können über ihr Handy das Gelände gestalten.“

Die Besucher halten ihr Smartphone zum Beispiel auf eine Grünfläche des Areals und konnten dann Bänke, Schaukeln oder Rutschen in das Bild ziehen und so virtuell das Aischbach-Gelände nach eigenen Interessen gestalten. 

Auf dem Areal soll ein lebendiges, gemischt genutztes Wohnquartier mit unterschiedlichen
Wohnangeboten (Eigentum und Miete) für viele Bevölkerungsschichten entstehen, schildert die
Verwaltung ihr Vorhaben auf den IBA-Seiten im Netz.
„Angrenzend an die Wohnbebauung ist ein multicodierter Stadtpark geplant: Ein Park, der durch vielfältige Angebote von verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Interessen genutzt werden kann und gleichzeitig ökologischen Ansprüchen gerecht wird.“ Herrenberg treibe mit dem Vorhaben „Herrenberg, eine Stadt baut sich um“ eine innovative und umfassende Stadtentwicklung voran.

Bürgerinnenrat für gerechte Kita-Gebühren

Am Wochenende vom 5. bis 7. Mai 2023 stand in Herrenberg das Thema der sozial gerechteren Kita-Gebühren umfassend auf dem Programm: Von Freitagabend bis Sonntagmittag wurde beim
Bürgerrat intensiv darüber diskutiert und ein gemeinsamer Vorschlag entwickelt.
Über 30 Herrenberger Familien beteiligten sich daran. Die Moderation für das Format übernahm ein Team von pro re aus Stuttgart.

„Wir freuen uns sehr, dass alle Familien, die bei diesem Bürgerrat mitarbeiten wollen, diese Woche
auch eine Zusage bekommen haben“, erklärte Andrea Gerster, Leiterin des Amts für Kinder und
Familie. Die Stadtverwaltung hatte Ende März alle Familien, die derzeit Kinder in Herrenberger
Kitas angemeldet haben, angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. Um einen möglichst
breiten Zugang zu ermöglichen, standen für nicht Deutsch sprechende Eltern Einladungsschreiben
in Englisch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung. Mit den Rückmeldungen zeigte sich
Gerster sehr zufrieden: „Es ist eine heterogene Gruppe, und dies ist eine vielversprechende
Grundlage für die Arbeit des Bürgerrats."

Ergebnisse

Einkommensabhängige Gebührenstruktur ab 01. September 

Verschiedene Rahmenbedingungen werden ab dem 01. September bei der Gebührenerhebung berücksichtigt, denn die Gebühren werden zukünftig nach dem Alter des zu betreuenden Kindes, nach Art und Umfang der Betreuungszeiten, nach der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder mit Kindergeldberechtigung und nach dem Einkommen gestaffelt erhoben. Maßgeblich für die Gebührenhöhe hinsichtlich der Einkünfte ist das sogenannte pauschalierte Netto-Einkommen. Das heißt, zur Berechnung werden von einem Gesamtbetrag nach Einkommenssteuergesetz pauschale Abzüge für außergewöhnliche Belastungen, Steuern, Sonderausgaben und Werbungskosten berücksichtigt.

Für Familien mit zwei oder mehr Kindern wird eine Ermäßigung der jeweiligen Benutzungsgebühr gewährt, deren Höhe sich ebenfalls an der Staffelung nach Einkommen ausrichtet.
Durch die neue Regelung wird ein gleichbleibender Kostendeckungsgrad von rund 12,5 % erreicht, dass die niedrigste Einkommensstufe nur noch 80 Prozent der Betreuungsgebühren bezahlen, dafür bezahlt die höchste Einkommensgruppe den 1,45-fachen Satz der regulären Gebühren.

Die Verwaltung arbeitet aufgrund der Beschlussfassung nun die in der Praxis benötigten Formulare und Handreichungen aus und informiert die Familien zu gegebener Zeit weiter über die anstehende Veränderung.
Unter dem Motto "Misch dich ein" fanden vom 20. März bis 02. April 2023 die internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Gemeinsam mit vielen Engagierten haben die Stadtverwaltung und die Partnerschaft für Demokratie Herrenberg an den Aktionswochen teilgenommen, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

Wie auch im vergangen Jahr gab es auch 2023 in Herrenberg viele Aktionen gegen Rassismus. 
Folgende Veranstaltungen wurden angeboten:
  • Gemeinsames Fastenbrechen
  • Schluck & Happen - Antirassistisches arbeiten, Diversität begegnen
  • Schulprojekttag "Kreativ gegen Rechts" 16. + 17. März
  • Lesung & Gespräch mit Peirrot Raschdorff - Wie Vielfalt uns reicher macht
Teile der städtischen Grünanlagen und Grünflächen werden sukzessive in ökologisch wertvolle und an die Klimaveränderungen angepasste Flächen überführt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren soll eine Gesamtfläche von 15 000 Quadratmeter umgewandelt werden und künftig ökologisch wertvoll statt intensiv gepflegt werden.

Gemeinsamer Aktionstag am 17. Juni

Die eingereichten Vorschläge wurden am 17. Juni 2023 vorgestellt und besprochen. An diesem Samstag fand ab 9.00 Uhr in der Mensa Längenholz ein gemeinsamer Aktionstag statt.
Einen ganzen Tag lang konnten Bürgerschaft, Bürger- und Interessensgruppen im Austausch mit Fachleuten aus der Verwaltung und des Büros Eurich Gula Landschaftsarchitektur weitere Flächen vorschlagen. Es konnten  Anregungen und Wünsche eingebracht, diskutiert und gemeinsam bearbeitet werden.

Ergänzend zu den Gesprächen fand an diesem Tag ein vielseitiges Rahmenprogramm statt. Die ehrenamtlich Aktiven des Hortusgartens boten Führungen an, für Kinder gab es verschiedene Mitmach- und Bastelangebote und für die Verpflegung der Teilnehmenden wurde gesorgt.

Wer & wo ist Herrenberg?

Offenes Wandertheater zum Mitmachen

Was bewegt Bürgerinnen und Bürger einer Stadt? An welchen Orten finden Diskussionen und Aushandlungsprozesse statt? Wo und warum stagnieren diese vielleicht? Solchen Fragen stellten sich Theaterpädagogin Tanja Egeler-Stephan und Quartiersmanagerin Leah Stange mit einer Gruppe Herrenbergerinnen und Herrenberger im Wandertheater „Wer & wo ist Herrenberg?“ seit April 2023. Das Stück feierte seine Premiere am Samstag, 23. September.

Stück für Jung und Alt

Das Wandertheater thematisierte nicht nur städtische Themen, sondern auch die Perspektive der Herrenbergerinnen und Herrenberger. Auf künstlerische Art wollte das Stück Publikum wie Beteiligte anregen, sich mit städtischen Themen zu beschäftigen und niederschwellige Begegnungen zu ermöglichen.

Von Station zu Station

Der Spielort des Stücks bewegte sich über mehrere Stationen in Herrenberg. So spielte es zuerst in der Unterführung am Bahnhof und führte anschließend über den Otto’schen Garten, den Marktplatz und den Interkulturellen Gemeinschaftsgarten zum Schlossberg. Für mobile Sitzmöglichkeiten und Barrierefreiheit an den Stationen wurde gesorgt. Der Eintritt war kostenlos. Sein Finale findet das Stück auf dem Schlossberg mit abschließender kostenloser Verpflegung.

Weitere Details zum Projekt finden Sie hier.


Flyer für Wandertheater - Mitmachaufruf
  • Subjektive Landkarten mit Kindern aus Kita Hauffstraße
  • Moderationstraining mit Volker Siegle
  • Begleitung & Unterstützung AK Christen, Juden & Muslime
  • Teilnahme Vortrag "Wir sind da -Rechte für Frauen in Deutschland und weltweit"