Neuer Leitfaden gibt praktische Tipps
Jede Entscheidung bei einer Veranstaltung kann einen Unterschied machen – von der Anreise über das Catering bis zum verwendeten Werbematerial. Die Stadt Herrenberg möchte Veranstaltende deshalb dabei unterstützen, ökologische, soziale, faire und wirtschaftliche Aspekte von Anfang an mitzudenken. Dafür stehen ab sofort ein digitaler und ein gedruckter Flyer sowie weiterführende Informationen auf der städtischen Website zur Verfügung.
Was bedeutet Fairer Handel?
Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzent*innen und Arbeiter*innen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.
Definition der internationalen Dachorganisationen des Fairen Handels FLO e.V., WFTO und EFTA
Was heißt eigentlich Fairtrade?
Quelle Video: Fairtrade Deutschland
Fairtrade-Stadt Herrenberg
Es wird genauer angeschaut, wo Lebensmittel wachsen, wie sie hergestellt und transportiert werden und welche Wege alltägliche Dinge zurücklegen, bevor sie bei uns ankommen. Wer stellt diese Produkte her und wie leben die Menschen, die sie herstellen? Dabei entdecken, fragen, forschen und staunen die Kinder und lernen spielerisch, wie unsere Welt miteinander verbunden ist.
Mit einer Materialtasche, Fortbildungsangeboten beim EPiZ und Angeboten in der Stadtbibliothek und im Weltladen werden Lehrer*innen und Fachkräfte, aber auch Eltern eingeladen, sich auf eine spannende Reise mit ihren Kindern zu begeben. Im kommenden Jahr, am 05.06.2027, feiern dann alle Familien, Fachkräfte Kinder und Herrenberger Bürger*innen ein Abschlussfest mit Karlo Koffer.
Die Schirmherrschaft für das Projekt hat freundlicherweise Dr. med. Milda Reith, Frau des Oberbürgermeisters, übernommen.
Die Aktion wird organisiert vom Weltladen / Faire Welt e.V. mit Unterstützung des Amts für Kinder und Familie und vielen engagierten Eltern. Bündnis Fairtrade-Stadt Herrenberg, Stadtbibliothek, Stabsstelle Klima- und Umweltschutz, Kunstwerk/Kunstverein, Hilde-Domin-Schule, Evangelische Erwachsenenbildung und das Entwicklungspädagogische Informationszentrum in Reutlingen (EPiZ) sind Kooperationspartner.
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Das Angebot reichte von frischem Gebäck, Käse, Milch- und Getreideprodukten über Aufstriche wie Honig und Nusscremes bis hin zu Obst, Gemüse und Eiern von regionalen Betrieben. Lokale Akteure wie die Bäckereien Baier und Wuschel, die Fromagerie Holzapfel, Imker Wolfgang Maurer oder die Gültsteiner Mühle trugen ebenso zum vielfältigen Angebot bei wie der Weltladen Herrenberg. Maycoffee aus Gültstein schenkte den Herrenberger Stadtkaffee aus.
Neben dem Frühstück gab es im Klosterhof ein buntes Rahmenprogramm: Buttons gestalten, Glücksrad drehen, ein Kinderquiz oder das Theater im Koffer – vor allem für Kinder war viel geboten. Die faire Kita „Umgang“ steuerte Waffeln bei, die Hilde-Domin-Schule organisierte Mitmachaktionen, und die Stadtbibliothek lud zum Vorlesen ein. Auch Kurzfilme zum fairen Handel, Infostände und die Bananologinnen sorgten für Information und Unterhaltung. Musikalisch abgerundet wurde der Vormittag von DJ Gisbert.
Ein Grußwort sprachen Bürgermeister Stefan Metzing, Birgit Hamm, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt sowie Pfarrer Christoph Rau für die fairen Kirchengemeinden. Dass alle durch ihr Einkaufsverhalten einen wichtigen Beitrag zu einer fairen Welt leisten können, betonte Claudia Duppel, Co-Sprecherin der Steuerungsgruppe, in ihrem Beitrag.
Die Veranstaltung wurde von der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Herrenberg gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern aus Kirche, Schule, Kultur, Einzelhandel und Gastronomie vorbereitet – eine Zusammenarbeit, die das starke zivilgesellschaftliche Engagement in Herrenberg sichtbar macht. Erst kürzlich wurde die Stadt zudem für weitere zwei Jahre als Fairtrade-Town rezertifiziert. Das Jubiläumsfrühstück hat gezeigt: Herrenberg lebt Fairtrade – fair für die Menschen und fair zur Natur.
Die Anerkennung erfolgte im Juli 2025 und gilt für zwei Jahre.
10 Jahre Fairtrade Stadt Herrenberg
Das Jubiläum feiert die Stadtgesellschaft in Kooperation mit vielen Ehrenamtlichen mit einem fairen Frühstück am 20. September 2025 im Klosterhof. Dort wartet auf die Besucherinnen und Besucher ein leckeres und faires Frühstück, ein buntes Kinderprogramm, interessante Infostände sowie Livemusik. Bürgermeister Stefan Metzing spricht ein Grußwort.Bundesweit gibt es aktuell rund 920 Fairtrade-Städte, das globale Netzwerk der Fairtrade-Städte umfasst über 2.000 Städte in insgesamt 36 Ländern. Als Fairtrade-Town können sich in Deutschland Städte, kreisfreie Städte, Stadtbezirke, Gemeinden, Verbandsgemeinden, Kreise, Regionen, Inseln und Bundesländer bewerben. Seit neuerem gibt es die Kampagne auch für Schulen und Hochschulen.
Weitere Informationen zu den Fairtrade-Towns finden Sie unter: www.fairtrade-towns.deZiele
Alle Fairtrade-Städte haben es sich zum Ziel gesetzt, den Fairen Handel aktiv zu unterstützen und bei allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt bekannt zu machen. So kann das Thema langfristig in den städtischen und zivilgesellschaftlichen Strukturen verankert werden.
Kriterien
Im Wesentlichen müssen fünf Kriterien erfüllt werden, um Fairtrade-Stadt werden zu können.
- 1. Es muss ein Ratsbeschluss der Gemeinde zur Unterstützung des Fairen Handels vorliegen. Außerdem muss bei öffentlichen Sitzungen fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt angeboten werden.
- 2. Vor Ort muss eine lokale Steuerungsgruppe gebildet werden, die die Aktionen in der Gemeinde überwacht. Diese Steuerungsgruppe muss mindestens aus drei Mitgliedern bestehen, die aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stammen.
- 3. In lokalen Einzelhandelsgeschäften, Cafés und Blumengeschäften müssen mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten werden.
- 4. Die Zivilgesellschaft muss aktiv eingebunden werden. Das heißt es müssen Bildungsaktivitäten zum Thema Fairer Handel durchgeführt werden und in allen öffentlichen Einrichtungen müssen faire Produkte verwendet werden.
- 5. Außerdem müssen die lokalen Medien über den Weg zur Fairtrade-Stadt berichten, sodass alle Bürger von diesem Prozess erfahren.
Die Steuerungsgruppe, die sich im November 2024 konstituiert hat, koordiniert alle Aktivitäten in Herrenberg und setzt sie um.
Mitglieder der Steuerungsgruppe sind:
- Birgit Hamm, Sprecherin der Steuerungsgruppe, Stadtverwaltung Herrenberg
- Claudia Duppel, Sprecherin der Steuerungsgruppe, Vorständin Faire Welt e.V., EmK Faire Gemeinde
- Gisela Grandinetti, Interkultureller Garten, Streuobsterlebnis, Amt für Wirtschaft und Kultur
- Manuela Thukral, stellvertretende Leitung Volkshochschule Herrenberg
- Martina Lederer-Göhring, Stadtbibliothek, Faire Welt e.V.
- Mara Meinkuss, Herrenberg Stadtmarketing e.V.
- Ute Reus & Elke Bergmann, Katholische Kirchengemeinde
- Christoph Rau, Evangelische Kirchengemeinde, SPD, Faire Welt e.V.
- Eberhard Nestle, EmK Faire Gemeinde
- Heinz Stoll, Leiter Mauerwerk, Gastronetzwerk Herrenberg
- Birgit Metzdorf, Bananologen
- Rahel Roob, Frauenliste
- Doris Ghosh & Andrea Stöffler, Faire Welt e.V.
Das Forum Fairer Handel überprüft regelmäßig die in Deutschland verfügbaren Zeichen, Label und Siegel auf deren Glaubwürdigkeit. Eine wichtige Voraussetzung ist, neben der Einhaltung der internationalen Fair-Handels-Kriterien, die externe Kontrolle.
Mehr gibt es unter Klima & Umwelt