Fairtrade-Stadt

Im Jahr 2019 ist Herrenberg nun zum dritten Mal als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet worden. Auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt, welcher schon im Jahr 2013 begonnen hat, hat Herrenberg für sich einen ganz eigenen Weg gefunden, dieses Ziel zu erreichen. Ein Teil dieses Wegs ist die Herrenberger Fairtrade-Familie. Diese wurde mit der Gründungsfeier am 17.12.2014 offiziell ins Leben gerufen. Die Idee der Fairtrade-Familie ist es ein Netzwerk zu gründen und zu etablieren, in dem Kitas, Schulen, Vereine, Einzelhändler, Gastronomen und alle weiteren Gruppen zum gemeinsamen Ziel der Unterstützung des Fairen Handels zusammenarbeiten. Engagierte aus den verschiedensten Bereichen bekennen sich mit ihrem Einsatz nicht nur zum Gedanke des Fairen Handels sondern auch zu weitreichenderen Überzeugungen wie nachhaltigem Lebensstil und bewusstem Konsum. Je mehr Menschen sich in unserer Kommune dieser Überzeugung anschließen, desto größer ist das Zeichen, das wir für eine Welt setzen, in der die Generationen nach uns auch noch gerne leben wollen.

Was bedeutet eigentlich Fairtrade?

Quelle Video: Fairtrade Deutschland


Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.

Definition der internationalen Dachorganisationen des Fairen Handels FLO e.V., WFTO und EFTA

Die Fairtrade-Stadt Herrenberg

Herrenberg hat einen speziellen Weg gewählt, um das Siegel der Fairtrade-Stadt zu erlangen. So wurde nicht direkt nach Erfüllung der erforderlichen Kriterien der Anerkennungsprozess gestartet. Herrenberg wollte zuerst verlässliche und stabile Strukturen und Netzwerke schaffen, um das Thema Fairtrade dauerhaft im Leben der Stadt zu verankern und langfristig fortzuführen.

Dabei setzt Herrenberg ganz getreu seines Mottos auf das „Mitmachen“ der Bürger*innen. Viele Menschen haben sich in den vergangenen Jahren der Bewegung angeschlossen und beteiligen sich am Herrenberger Weg zur Fairtrade-Stadt. 

Erfahren Sie mehr über die Meilensteine auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt.
Die Fairtrade-Towns Kampagne ist eine einzigartige weltweite Bewegung in bisher 24 Ländern. Über 1.500 Fairtrade-Towns weltweit tragen den Titel, darunter London, Brüssel, Rom, San Francisco und Kopenhagen.

Als Fairtrade-Town (auch „Fairtrade-Stadt“) können sich in Deutschland Städte, kreisfreie Städte, Stadtbezirke, Gemeinden, Verbandsgemeinden, Kreise, Regionen, Inseln und Bundesländer bewerben. Seit neuerem gibt es die Kampagne auch für Schulen und Hochschulen. Allein in Baden- Württemberg sind es 124 Städte und Gemeinden, die schon Fairtrade-Stadt sind. Deutschlandweit sind über 650 Fairtrade-Towns als solche ausgezeichnet. Hinzu kommen ettliche, bei welchen die Bewerbung in vollem Gange ist.


Weitere Informationen zu den Fairtrade-Towns finden Sie unter: www.fairtrade-towns.de

Ziele

Alle Fairtrade-Städte haben es sich zum Ziel gesetzt, den Fairen Handel aktiv zu unterstützen und bei allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt bekannt zu machen. So kann das Thema langfristig in den städtischen und zivilgesellschaftlichen Strukturen verankert werden.

Kriterien

Im Wesentlichen müssen fünf Kriterien erfüllt werden, um Fairtrade-Stadt werden zu können.
  • 1. Es muss ein Ratsbeschluss der Gemeinde zur Unterstützung des Fairen Handels vorliegen. Außerdem muss bei öffentlichen Sitzungen fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt angeboten werden.
  • 2. Vor Ort muss eine lokale Steuerungsgruppe gebildet werden, die die Aktionen in der Gemeinde überwacht. Diese Steuerungsgruppe muss mindestens aus drei Mitgliedern bestehen, die aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stammen.
  • 3. In lokalen Einzelhandelsgeschäften, Cafés und Blumengeschäften müssen mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten werden.
  • 4. Die Zivilgesellschaft muss aktiv eingebunden werden. Das heißt es müssen Bildungsaktivitäten zum Thema Fairer Handel durchgeführt werden und in allen öffentlichen Einrichtungen müssen faire Produkte verwendet werden.
  • 5. Außerdem müssen die lokalen Medien über den Weg zur Fairtrade-Stadt berichten, sodass alle Bürger von diesem Prozess erfahren.
Die Steuerungsgruppe koordiniert alle Aktivitäten in Herrenberg und bringt diese miteinander in Verbindung.
Mitglieder der Fairtrade-Steuerungsgruppe sind:
  • Lena Schuldt, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, Stadtverwaltung Herrenberg
  • Vanessa Scholz, Vorsitzende Gesamtelternbeirat der Herrenberger Schulen
  • Günther Wolz, Vorsitzender Partnerschaft Dritte Welt / Weltladen
  • Ingrid Lienhard-Bloech, Lehrerin Vogt-Heß-Grundschule
  • Martina Lederer-Göhring, Leiterin Stadtbibliothek, Stadtverwaltung Herrenberg
  • Ute Reus und Anke Aichele-Holler, Katholische Kirchengemeinde
  • Stefan Heinrich und Heinz Stoll, Gastronetzwerk Herrenberg

Werden Sie Teil der Herrenberger Fairtrade-Familie!


Interessierte können sich an Frau Lena Schuldt - Koordinatorin für Kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Herrenberg - wenden.

Die Mitglieder können sich gegenseitig bei ihren Projekten unterstützen und Lehrmaterialien beim Team Beteiligung und Engagement ausleihen. Zudem sind weitere unterstützende Maßnahmen durch das Team möglich. Außerdem erhalten sie als Erkennungszeichen ein Logo der Fairtrade-Familie für ihr Schaufenster und eine Urkunde. Der Einstieg in die Herrenberger Fairtrade-Familie ist jederzeit möglich. Die Kriterien zur Aufnahme wurden von den Herrenberger Diplom-Bananologen erarbeitet und sind hier im Folgenden aufgelistet:

Kriterien für die Mitgliedschaft



Vereine, Runde Tische, AGs, kulturelle/religiöse Einrichtungen, Kitas, Schulen
  • Jedes Mitglied verpflichtet sich, mindestens eins der folgenden Kriterien zu erfüllen
    • Bei großen Veranstaltungen bietet jedes Mitglied mindestens zwei Produkte aus fairem Handel (z.B. Kaffee und Orangensaft) an.
    • Einmal im Jahr organisiert das Mitglied eine Fairtrade-Aktion, auch gerne in Kooperation mit anderen Mitgliedern (z.B. Fairtrade-Frühstück, Faires Sportevent, Fairtrade-Stand...). Hierfür können Sie eine Förderung in Höhe von 50 Euro erhalten.
Gastronomen

  • Jedes Mitglied verpflichtet sich mindestens zwei Gerichte anzubieten, die aus Fairtrade-Zutaten hergestellt sind.

Einzelhändler, Gewerbetreibende und Filialen von Handelsketten

  • Jedes Mitglied verpflichtet sich:
    • Mindestens zwei Produkte anzubieten, die nachweisbar aus fairem Handel stammen.
    • Jedes Jahr mindestens ein neues Fairtrade-Produkt in ihr Sortiment aufzunehmen, das „Fairtrade-Produkt des Jahres“. Dieses Produkt wird an einer von der Stadt Herrenberg zur Verfügung gestellten und standardisierten Tafel beworben.


Eine Auflistung der Mitglieder der Herrenberger Fairtrade-Familie finden Sie HIER.

Logo der Fairtrade-Familie, Herrenberg

Mehr Informationen zum Thema Fairtrade finden Sie unter www.fairtrade-deutschland.de.