Teilhabe

Das Gebärdensprach-Dolmetscher-Budget

Ein Aspekt der Teilhabe un der Barierefreiheit ist das Angebot eines Gebärdensprachdolmetschers. Die Stadt Herrenberg hat ein Gebärdensprach-Dolmetscher-Budget eingerichtet. Das jährliche Budget beträgt 15.000€. Es kann ein Gebärdensprach-Dolmetscher für öffentliche Veranstaltungen gebucht werden. Das Budget kann für gehörlose Personen aus dem Herrenberger Stadtgebiet genutzt werden. Es darf keine andere Finanzierung vorliegen. Die Kosten für den Gebärdensprach-Dolmetscher können aus diesem Topf finanziert werden.

Das Budget wird von Frau Böttcher; Team Beteiligung und Engagement; verwaltet und abgerechnet. Bei Bedarf müssen Sie deshalb vor der Veranstaltung eine Absprache mit Frau Böttcher treffen.

Dieses Video wurde durch ehrenamtliches Engagement erstellt.
Wir danken Herrn Metz und Frau Mezger.
Gebärdensprache: Frau Mezger
Kamera: Herr Metz

Wie gestalte ich meine Veranstaltung barrierefrei?

Tipp für die Abfrage des Unterstützungsbedarfs bei Einladungen zu Veranstaltungen:

Sie können diesen Satz in Ihre Einladungen zu Veranstaltungen übernehmen:
„Wir bitten Sie, uns Ihren behinderungsspezifischen individuellen Bedarf frühzeitig mitzuteilen. Gerne unterstützen wir Sie.“

Tipp für die Öffentlichkeitsarbeit:

Es ist sinnvoll die Anwesenheit der Gebärdensprach-Dolmetscherin in der Pressemitteilung und der Öffentlichkeitsarbeit für die Veranstaltung anzukündigen. Sie erreichen damit einerseits die Betroffenen und sensibilisieren, ganz nebenbei, alle Bürgerinnen und Bürger für das Thema Teilhabe für alle Menschen. Zusätzlich kann das Symbol für Gebärdensprache verwendet werden.
 
Hier finden Sie hilfreiche Checklisten zum Thema Veranstaltungen barrierefrei gestalten.

www.paritaet-hessen.org/fileadmin/redaktion/Texte/Aktuelles__Slider_/Final_Barriere-Checker_2_auflage.pdf

publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/dguv_broschuere_bfreiheit_veranstalt_130930_web.pdf





Wie buche ich einen Gebärdendolmetscher?

Einen Gebärdensprach-Dolmetscher können Sie hier buchen:

www.bgd-bw.de/dolmetscher-finden/suche-ueber-landkarte/

Gebärdensprach-Dolmetscher werden stark nachgefragt und sind entsprechend ausgebucht. Eine rechtzeitige Buchung ist daher sinnvoll.
Gebärdensprach-Dolmetscher dolmetschen normalerweise eine Stunde und müssen dann abgelöst werden, in diesem Fall wäre ein zweiter Dolmetscher nötig. Die Gebärdendolmetscher entscheiden je nach Veranstaltung eigenständig was Sie sich zumuten. Sie geben dann gleich bei der Absprache eine Rückmeldung, ob ein zweiter Dolmetscher gebucht werden sollte.

Die Stadt Herrenberg übernimmt die Kosten der Gebärdendolmetscher für öffentlich zugängliche Veranstaltungen in Herrenberg.
Sie können sowohl als Veranstalter und auch als gehörlose Person einen Gebärdendolmetscher über die Stadt Herrenberg anfragen.

Allgemeine Informationen zu Gebärdensprach-Dolmetschern

Gebärdensprach-Dolmetscher werden eingesetzt, um die Kommunikation zwischen gehörlosen und hörenden Menschen sicher zu stellen. Sie übersetzen das gesprochene Wort.

Lautsprache wird in Gebärdensprache übersetzt und umgekehrt. Wird Gebärdensprache in Lautsprache übersetzt, wird dieser Vorgang „voicen“ genannt.

Gebärdendolmetscher müssen sich neutral verhalten. Sie sollen ausschließlich die tatsächlich gesprochenen oder gebärdeten Worte und Sätze übersetzen. Sie dürfen keine Inhalte hinzufügen oder weglassen. Sie dürfen ihre eigene Meinung nicht einfließen lassen. Darauf müssen sich beide Gesprächspartner, der Hörende und der Gehörlose, verlassen können. Dolmetscher unterliegen der Schweigepflicht.

Gebärdensprache

Als Gebärdensprache wird die sichtbare und manuell produzierte Sprache der Menschen mit Hörschädigungen bezeichnet. Von Land zu Land lassen sich Unterschiede zwischen den Gebärdensprachen feststellen. Deshalb lässt sich auch nicht von der „einen“ Gebärdensprache sprechen.

Grundsätzlich lassen sich hierzulande zwei Arten unterscheiden:
 
Die Deutsche Gebärdensprache
Neben Mimik und Körpersprache werden hier vor allem besondere Bewegungen und Zeichen der Hände – Gebärden – verwendet. Die Gebärdensprache besitzt einen eigenen Wortschatz und eine eigene Grammatik.
 
Das Lautsprachbegleitende Gebärden
Hierbei wird jedes einzelne gesprochene Wort simultan durch eine Gebärde ausgedrückt. Es handelt sich um eine künstlich geschaffene Sprache, welche sich jedoch an der deutschen Grammatik orientiert.

Quelle: ZB Lexikon - Behinderung & Beruf

Anerkennung und Kostenerstattung

Sowohl die Deutsche Gebärdensprache als auch das Lautbegleitende Gebärden sind nach den Behindertengleichstellungsgesetzen des Bundes und der Länder als offizielle Kommunikationsformen anerkannt. (§6 I,II BGG / §8 I,II L-BGG BW)
Das heißt, dass Menschen mit Hörschädigungen im Umgang mit Behörden dazu berechtigt sind, in Deutscher Gebärdensprache oder mithilfe der Lautsprachbegleitenden Gebärden zu kommunizieren. Die Aufwendungen für Dolmetschende sind von der jeweiligen Behörde zu übernehmen.
 
Mögliche Kostenübernahmen können auch in Bezug auf Leistungen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder bei der Ausführung von Sozialleistungen (z.B. Arztbesuche) entstehen. (vgl. §82 SGB IX bzw. §17 II SGB I) Die Leistungen werden in diesen Fällen von der Behörde oder dem jeweiligen Sozialhilfeträger erbracht.
 
Auch in zahlreichen anderen Rechtsgebieten oder vor Gericht haben Menschen mit Hörschädigungen ein Recht auf unterstützende Maßnahmen bei der Kommunikation.
So werden die Kosten für einen Dolmetschereinsatz, sowie Reise- und einige andere Unkosten in der Regel übernommen.
 
Außerhalb der gesetzlichen Verpflichtungen bietet die Stadt Herrenberg eine besondere Möglichkeit, um Menschen mit Hörschädigungen die gesellschaftlichen Teilhabe zu erleichtern: Das Budget für Gebärdensprachendolmetscher.

Quelle: ZB Lexikon - Behinderung & Beruf