Das Naturdenkmal „Pflanzenstandorte Viehtrieb und Linsenkapf“ bei Herrenberg-Haslach ist ein bedeutender Lebensraum mit geschützten Biotopen wie Magerrasen und Feldhecken. Diese zeichnen sich durch ihre Artenvielfalt und ökologische Bedeutung aus, sind jedoch durch den Aufwuchs von Gehölzen stark beeinträchtigt. Eine umfassende Pflegemaßnahme soll die ursprüngliche ökologische Wertigkeit des Gebiets wiederherstellen und langfristig sichern.
Ziele der Maßnahme
Förderung seltener Arten: Zielarten wie die Kartäusernelke, Heideröschen und Orchideenarten sollen wieder optimale Bedingungen erhalten.
Erhalt der Magerrasen: Durch die Entfernung von Gehölzen und die Reduktion von Verschattung werden die ursprünglichen Offenlandstrukturen revitalisiert.
Verjüngung der Feldhecken: Überalterte Hecken werden auf den Stock gesetzt, um Brutplätze für Heckenbrüter wie die Goldammer und den Neuntöter zu schaffen.
Unterstützung gefährdeter Insekten: Die Pflege soll auch dem Schlüsselblumen-Würfelfalter zugutekommen, der hier geeignete Lebensräume vorfindet.
Geplante Maßnahmen
Entfernung von Gehölzen: Insbesondere Birken und junge Eichen werden gefällt, um den Magerrasen wiederherzustellen. Baumstümpfe bleiben zur biologischen Zersetzung vor Ort, werden jedoch bodennah abgetrennt, um künftige Pflege zu erleichtern.
Pflege der Feldhecken: Die Heckenstrukturen bleiben in ihrer aktuellen Ausdehnung erhalten, werden jedoch ökologisch verjüngt. Reisig und Schnittgut werden umweltgerecht entsorgt.
Mahd von Altgrasflächen: Im östlichen Bereich wird überjähriges Altgras mit dem Freischneider entfernt, um die Fläche auszuhagern und neue Vegetation zu fördern.
Erhalt von Totholzstrukturen: Zur Förderung von Artenvielfalt werden einzelne Totholzelemente belassen.
Schrittweise Pflege: Mechanische Pflege oder Beweidung wird in den ersten Jahren nötig sein, um die Fläche nachhaltig offen zu halten.
Umsetzung
Die Maßnahme startet ab der 2. Novemberhälfte, sobald die landwirtschaftlichen Betriebe Kapazitäten zur Unterstützung bereitstellen können. Arbeiten wie das Fällen der Bäume und die Entsorgung des Materials erfolgen unter Berücksichtigung der umliegenden Flächen und Naturräume. Überreste der Magerrasen im westlichen Bereich werden gezielt gefördert, um bestehende Zielartenpopulationen zu stärken.
Langfristiger Nutzen
Die Landschaftspflege im Naturdenkmal „Pflanzenstandorte Viehtrieb und Linsenkapf“ trägt zur Wiederherstellung eines wertvollen Offenlandstandorts bei. Sie verbessert die Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere und sichert die Artenvielfalt in der Region.
Diese Maßnahme unterstreicht die Bedeutung nachhaltiger Landschaftspflege und Naturschutz in unseren Kulturlandschaften. Die Landschaftspflegemaßnahme wird vom NABU in Rücksprache mit der Stadt dankenswerterweise unterstützt, organisiert und durchgeführt.