Im Februar 2025 wurden auf der Anhöhe hinter dem nordwestlichen Ortsausgang von Haslach, an der K1029, vorbereitende Arbeiten für eine naturschutzfachliche Aufwertung durchgeführt. Dabei wurden gut sichtbare Brombeerhecken sowie zahlreiche Zwetschgenschösslinge entfernt. Diese Maßnahmen, die auf den ersten Blick wie ein Eingriff in die Natur erscheinen, sind Teil eines langfristigen Projekts zur Schaffung einer artenreichen Ackerbrache.
Das betreffende städtische Flurstück lag über viele Jahre brach und wurde historisch als landwirtschaftliche Lagerfläche genutzt. Es befindet sich oberhalb des westlichen Ausläufers des Naturdenkmals "Krummert / Ob dem Haldengraben" nordwestlich von Herrenberg-Haslach und diente früher als Weidefläche. Reste ehemaliger Magerrasenstrukturen sind bis heute erhalten. Diese Flächen zeichnen sich durch einen niedrigen Nährstoffgehalt aus und bieten spezialisierten Pflanzen- und Tierarten einen wertvollen Lebensraum.
Seit 2021 engagiert sich der NABU Gärtringen-Herrenberg-Nufringen für die Renaturierung dieses Areals. Nach der Pachtung des Flurstücks wurde es in Abstimmung mit der Stadt Herrenberg von Gehölzbewuchs und verfilztem Altgras befreit. Anschließend erfolgte die Einsaat einer regionalen Blühpflanzenmischung, die im Rahmen des Rebhuhn-Schutzprojekts des Landkreises Böblingen entwickelt wurde. Ziel dieser Maßnahme war die Etablierung eines sogenannten Trittsteinbiotops, das zur Vernetzung von Lebensräumen und zur Unterstützung der lokalen Rebhuhnpopulation beitragen sollte.
Trotz der anfänglich positiven Entwicklung wurde in den Jahren 2022 und 2023 eine zunehmende Ausbreitung von Brombeeren und Zwetschgenschösslingen festgestellt. Diese Vegetation stand dem eigentlichen Ziel der Entwicklung einer artenreichen Ackerbrache entgegen. Daher wurden Anfang 2025 gezielte Pflegemaßnahmen erforderlich, um die Gehölzausbreitung einzudämmen und eine erneute Einsaat vorzubereiten. Nach der Rodung der Büsche mittels Bagger erfolgte der Abtransport des Gehölzmaterials, um eine erneute Ausbreitung zu minimieren. In den kommenden Wochen wird der Boden weiter bearbeitet, um die Gehölzwurzeln zu entfernen und eine geeignete Bodenstruktur für die Einsaat zu schaffen.
Im Anschluss wird eine gebietsheimische Saatgutmischung mit hoher Pflanzenvielfalt ausgebracht. Diese soll insbesondere bedrohten Insektenarten zugutekommen und damit auch Feldvögeln wie der Feldlerche sowie perspektivisch dem Rebhuhn ein verbessertes Nahrungsangebot bieten. Die Bewirtschaftung der Fläche erfolgt in den kommenden Jahren extensiv und biodiversitätsfördernd durch einen Landwirt aus Haslach. Die Entwicklung der Fläche wird weiterhin durch die Aktiven des NABU beobachtet und begleitet, um den Erfolg der Maßnahme sicherzustellen.