Stadtluft verbessern

Herrenberg ist eine von bundesweit fünf Städten, die als Modellkommunen für saubere Luft ausgewählt wurden. Die Bundesregierung finanziert in diesem Modellprojekt innovative Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und zur Reduzierung von Stickoxiden. Herrenberg erhält Fördergelder des Bundes in Höhe von 4,5 Millionen Euro.

Häufige Fragen

Stadtluft verbessern: Logo

Wir erproben im Auftrag der Bundesregierung von 2018 bis 2020 Maßnahmen für eine bessere Luft in der Stadt.

Als eine von bundesweit fünf Kommunen hat Herrenberg Fördermittel des Bundes zugesagt bekommen, die dazu eingesetzt werden, die Luftqualität in der Stadt zu verbessern.
Die Stadt Herrenberg plant folgende Maßnahmen:

Schluss mit Stop-and-go


Stadtluft verbessern: drei Autos

Der Stickoxidausstoß von Autos ist vor allem beim Anfahren und Beschleunigen hoch. Deshalb zielt ein Maßnahmenpaket darauf, den Verkehrsfluss durch eine dynamische Beschränkung des Tempos zwischen 20 und 40 km/h auf den Hauptachsen und eine intelligente Verkehrslenkung zu verstetigen.

An den folgenden Streckenabschnitten werden elektronische Tafeln jeweils anzeigen, bei welchem Tempo die grüne Welle gleichmäßiges Fahren ohne überflüssiges Abbremsen und Anfahren erlaubt:
  • B 296 Tübinger Straße – Hasenplatz – Hindenburgstraße zwischen der Kreuzung Beethovenstraße/Marienstraße und dem Reinhold-Schick-Platz (einschließlich)
  • B 296 Nagolder Straße zwischen Reinhold-Schick-Platz und der Kreuzung Mühlstraße/L1362/Schießtäle (einschließlich)
  • B 14 Seestraße zwischen Kreuzung Daimlerstraße/Stuttgarter Straße (einschließlich) und Reinhold-Schick-Platz
  • L 1184 Horber Straße von der Kreuzung Schillerstraße/Vogelsang (einschließlich) bis Reinhold-Schick-Platz
  • B 296 Mühlstraße zwischen Kreuzung Mühlstraße/L1362/Schießtäle und Kreuzung K 1047 Zeppelinstraße (einschließlich).
  • Auch das geplante LKW-Durchfahrtsverbot wird über die elektronischen Tafeln angezeigt.
 
Stop-and-go-Verkehr wird auch ausgelöst durch das Ein- und Ausparken und durch Linksabbieger. Deshalb werden Längsparkplätze an den folgenden Straßenabschnitten stillgelegt:
  • Horber Straße stadteinwärts zwischen Bismarckstraße und Schillerplatz
  • Horber Straße stadteinwärts zwischen Schillerstraße und Alzentalstraße
  • Hindenburgstraße in Richtung Tübingen vor dem Modehaus Zinser
  • Hindenburgstraße in Richtung Tübingen zwischen der Bushaltestelle Volksbank und der Einmündung Moltkestraße.

Die frei werdende Fläche wird teilweise für den Radverkehr genutzt.

Das Linksabbiegen wird an den folgenden Punkten nicht mehr möglich sein:
  • Horber Straße in die Bismarckstraße aus Richtung Reinhold-Schick-Platz
  • Bismarckstraße in die Horber Straße
  • Aus dem Parkplatz zwischen Horber und Nagolder Straße in die Horber Straße

Messflotte für saubere Luft

Wir suchen 50 Fahrzeuge, um das Fahrverhalten auf den Hauptstrecken in Herrenberg zu analysieren und so auf den geschätzten Stickoxidausstoß zu schließen.

Mehr erfahren und mitmachen

Freie Fahrt für Busse

Stadtluft verbessern: Bus

Die Busse sollen schneller an ihr Ziel kommen. Dazu werden Busspuren eingerichtet:
  • Horber Straße zwischen der Einmündung Walther-Knoll-Straße und der Einmündung Alzentalstraße in Fahrtrichtung Reinhold-Schick-Platz
  • Mühlstraße bei der Kauflandkreuzung: Rechtabbiegerspur wird Busspur. Rechtsabbiegeverkehr rückt dafür auf die mittlere Spur.

Besser und billiger: der öffentliche Nahverkehr

Ein dritter Bus soll das Angebot der bisherigen Citybuslinien verbessern. Zusätzlich werden Linientaxis eingeführt: Kleine Busse, die das Angebot verbessern und auch in den Abendstunden auf vier Linien nach einem festen Fahrplan unterwegs sind. Die Linientaxis ersetzen das Ruftaxi und schaffen eine regelmäßige Verbindung zwischen der Innenstadt und den Stadtteilen.  

Der Stadtbusverkehr soll insgesamt günstiger werden. Bisher wird der Einzelfahrschein subventioniert. Künftig sollen stattdessen das Monatsticket und das Tagesticket billiger werden. Das Tagesticket soll drei Euro kosten und das Monatsticket um 20 Euro billiger werden.

Smart vernetzt zu zukunftsfähiger Mobilität

Mit einer App für mobile Endgeräte wie Smartphones will Herrenberg die Mobilitätsberatung einfach und bequem nutzbar machen.

Dazu erklärt Bürgermeister Tobias Meigel: „Es gibt viele Verkehrs-Apps. Solche, die den nächsten Zuganschluss kennen oder wissen, wo gerade ein Stau ist. Herrenberg will eine kommunale Mobilitäts-App anbieten, die über alle Verkehrsmittel wie S-Bahn, Fahrrad und Auto hinweg und über die Gemeindegrenzen hinaus den schnellsten Weg von A nach B kennt."

Hinzu kommen die Organisation von Mitfahrgelegenheiten und Fahrtgemeinschaften.

2018: Planung und Umsetzung erster Maßnahmen

Die Planung der Maßnahmen läuft seit Anfang 2018. Noch in diesem Jahr können wir erste Maßnahmen umsetzen.

Erster sichtbarer Bestandteil des Projekts ist die Messflotte, die noch im Herbst mit den Zusatzgeräten ausgestattet wird. Ebenfalls in 2018 können die Längsparkplätze stillgelegt werden, die nach dem Umbau Platz für Radfahrer oder Busspuren bieten. Die Busspuren können gleichfalls bereits im Herbst provisorisch eingerichtet werden.


2019: Umsetzung der Maßnahmen

Im Jahr 2019 werden die baulichen Maßnahmen dann geplant und umgesetzt und auch die Verkehrslenkung wird größtenteils 2019 starten können. Der zusätzliche Bus ist 2019 startbereit und die günstigen Tages- und Monatstickets stehen dann auch zur Verfügung. Die App soll ebenfalls 2019 abrufbar sein.

Die Fördermittel des Bundes erlauben es, Maßnahmen aus dem Integrierten Mobilitätsentwicklungsplan (IMEP) vorzuziehen. Der IMEP selbst wird parallel weiterentwickelt. Für das Frühjahr 2019 sind unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs geplant.

Alles zum Projekt IMEP


2020: Evaluation

Wie wirksam unsere Maßnahmen für saubere Luft sind, wird im Jahr 2020 evaluiert.
Den Löwenanteil der Kosten übernimmt die Bundesregierung. Die Förderquote beträgt 95 Prozent, sodass die Stadt Herrenberg einen geringen Anteil von fünf Prozent der Finanzierung selbst tragen muss.
Nein, das Projekt betrifft die ganze Stadt Herrenberg mit ihren sieben Stadtteilen. Die einzelnen Maßnahmen werden aber an unterschiedlichen Stellen wirksam.
Neben Herrenberg gibt es bundesweit noch vier weitere Modellstädte für saubere Luft:
  • Bonn
  • Essen
  • Mannheim
  • Reutlingen