Stadtluft verbessern

Herrenberg ist eine von bundesweit fünf Städten, die als Modellkommunen für saubere Luft ausgewählt wurden. Die Bundesregierung finanziert in diesem Modellprojekt von 2018 bis 2020 innovative Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und zur Reduzierung von Stickoxiden.

Herrenberg erhält im Rahmen dieses Projektes Fördergelder des Bundes in Höhe von circa 4,5 Millionen Euro. Die Förderquote beträgt insgesamt 95 Prozent, sodass die Stadt Herrenberg lediglich einen Anteil von 5 Prozent der Finanzierung selbst tragen muss.

Die Maßnahmen sind insbesondere auf eine dynamische Verkehrslenkung und die bauliche Anpassung von Infrastruktur für den Bus- und Radverkehr als auch auf die Stärkung des ÖPNVs und auf das Bereitstellen einer Mobilitäts-App fokussiert. Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in 2018/2019, die Evaluation in 2020. Weitere Informationen hierzu finden Sie weiter unten.

Neben Herrenberg sind Bonn, Essen, Mannheim und Reutlingen weitere Modellstädte.
Die Stadt Herrenberg plant verschiedene Maßnahmen, welche die ganze Stadt Herrenberg mit ihren sieben Stadtteilen betreffen, einzeln aber an unterschiedlichen Stellen wirksam werden:

Schluss mit Stop-and-go


Stadtluft verbessern: drei Autos

Der Stickoxidausstoß von Autos ist vor allem beim Anfahren und Beschleunigen hoch. Deshalb zielt ein Maßnahmenpaket darauf, den Verkehrsfluss durch eine dynamische Beschränkung des Tempos zwischen 20 und 50 km/h auf den Hauptachsen und eine intelligente Verkehrslenkung zu verstetigen.

An den folgenden Streckenabschnitten werden elektronische Tafeln jeweils anzeigen, bei welchem Tempo die grüne Welle gleichmäßiges Fahren ohne überflüssiges Abbremsen und Anfahren erlaubt:
  • B 296 Tübinger Straße – Hasenplatz – Hindenburgstraße zwischen der Kreuzung Beethovenstraße/Marienstraße und dem Reinhold-Schick-Platz (einschließlich)
  • B 296 Nagolder Straße zwischen Reinhold-Schick-Platz und der Kreuzung Mühlstraße/L1362/Schießtäle (einschließlich)
  • B 14 Seestraße zwischen Kreuzung Daimlerstraße/Stuttgarter Straße (einschließlich) und Reinhold-Schick-Platz
  • L 1184 Horber Straße von der Kreuzung Schillerstraße/Vogelsang (einschließlich) bis Reinhold-Schick-Platz
  • B 296 Mühlstraße zwischen Kreuzung Mühlstraße/L1362/Schießtäle und Kreuzung K 1047 Zeppelinstraße (einschließlich).
  • Auch das geplante LKW-Durchfahrtsverbot wird über die elektronischen Tafeln angezeigt.

Stop-and-go-Verkehr wird auch ausgelöst durch das Ein- und Ausparken und durch Linksabbieger. Deshalb werden Längsparkplätze voraussichtlich an den folgenden Straßenabschnitten stillgelegt:
  • Horber Straße stadteinwärts zwischen Bismarckstraße und Schillerplatz
  • Horber Straße stadteinwärts zwischen Schillerstraße und Alzentalstraße
  • Hindenburgstraße in Richtung Tübingen vor dem Modehaus Zinser
  • Hindenburgstraße in Richtung Tübingen zwischen der Bushaltestelle Volksbank und der Einmündung Moltkestraße.
  • Ggf. Hindenburgstraße in Richtung Tübingen zwischen der Moltkestraße und Gültsteiner Straße: Über die Wegnahme der sieben Längsparkstände zwischen der Moltkestraße und Gültsteiner Straße wird im Zuge der Entscheidung der Umsetzung der Maßnahmen 1.2 (Bauliche Anpassung der Hauptverkehrsachsen zur Reduzierung von Störfaktoren und zur Beschleunigung des Bus- und Fahrradverkehrs) und 1.4 (Verbesserung der Durchfahrtszeiten für die Buss) entschieden.
Die frei werdende Fläche wird teilweise für den Radverkehr genutzt.


Das Linksabbiegen wird an den folgenden Punkten nicht mehr möglich sein:
  • Horber Straße in die Bismarckstraße aus Richtung Reinhold-Schick-Platz
  • Bismarckstraße in die Horber Straße
  • Aus dem Parkplatz zwischen Horber und Nagolder Straße in die Horber Straße

Messflotte für saubere Luft

Um das Fahrverhalten auf den Hauptstrecken in Herrenberg zu analysieren und so auf den geschätzten Stickoxidausstoß zu schließen, ist im Januar 2019 eine Messflotte für saubere Luft - bestehend aus circa 55 Fahrzeugen - an den Start gegangen.

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Freie Fahrt für Busse

Stadtluft verbessern: Bus

Die Busse sollen schneller an ihr Ziel kommen. Dazu werden Busspuren eingerichtet:
  • Horber Straße zwischen der Einmündung Walther-Knoll-Straße und der Einmündung Alzentalstraße in Fahrtrichtung Reinhold-Schick-Platz
  • Mühlstraße bei der Kauflandkreuzung: Rechtabbiegerspur wird Busspur. Rechtsabbiegeverkehr rückt dafür auf die mittlere Spur.

Besser und billiger: der öffentliche Nahverkehr

Ein dritter Bus verbessert ab Dezember 2018 das Angebot der bisherigen Citybuslinien verbessern. Zusätzlich werden Busse und Kleinbusse das Angebot in den Abendstunden verbessern und nach einem festen Fahrplan unterwegs sein. Die Linientaxis ersetzen das Ruftaxi und schaffen eine regelmäßige Verbindung zwischen der Innenstadt und den Stadtteilen.  

Der Stadtbusverkehr soll insgesamt günstiger werden. Bisher wurde der Einzelfahrschein subventioniert. Seit Januar 2019 sind das Monatsticket und das Tagesticket billiger werden. Das Einzel-Tagesticket kostet seit Januar 2019 drei Euro und das Gruppen-Tagesticket sechs Euro. Der Preis des Monatstickets ist um 20 Euro gesenkt worden und es kostet nur noch 47,50 Euro.

Smart vernetzt mit zukunftsfähiger Mobilität

Mit einer App für mobile Endgeräte wie Smartphones will Herrenberg die Mobilitätsberatung einfach und bequem nutzbar machen.

Dazu erklärt Bürgermeister Tobias Meigel: „Es gibt viele Verkehrs-Apps. Solche, die den nächsten Zuganschluss kennen oder wissen, wo gerade ein Stau ist. Herrenberg will eine kommunale Mobilitäts-App anbieten, die über alle Verkehrsmittel wie S-Bahn, Fahrrad und Auto hinweg und über die Gemeindegrenzen hinaus den schnellsten Weg von A nach B kennt."

2018: Planung und Umsetzung erster Maßnahmen

Die Planung der Maßnahmen läuft seit Anfang 2018. Erster sichtbarer Bestandteil des Projekts ist die Messflotte, die im Dezember 2018 mit den Zusatzgeräten ausgestattet wurde. Der dritte Bus ist ab Dezember 2018 startbereit.


2019: Umsetzung der Maßnahmen

Ab Januar 2019 stehen die günstigen Tages- und Monatstickets zur Verfügung. In 2019 werden die baulichen Maßnahmen (Stilllegung Längsparkplätze, Busspuren, Radspuren etc.) geplant und umgesetzt. Auch die Verkehrslenkung wird größtenteils Mitte bis Ende 2019 starten können.  Die Mobilitäts-App soll ab Mitte 2019 abrufbar sein.

Die Fördermittel des Bundes erlauben es, Maßnahmen aus dem Integrierten Mobilitätsentwicklungsplan (IMEP) vorzuziehen. Der IMEP selbst wird parallel weiterentwickelt. Für das Frühjahr 2019 sind unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs geplant.

Alles zum Projekt IMEP


2020: Evaluation Wie wirksam unsere Maßnahmen für saubere Luft sind, wird im Jahr 2020 evaluiert.