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15.03.2017
Stadt startet mit intensiver Stadtentwicklung

Priorisierung der Projekte aus dem Fahrplan Innenstadt steht fest

Der Umbau der Herrenberger Innenstadt konkretisiert sich: 32 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 63 Millionen Euro möchte die Stadt Herrenberg in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren umsetzen. Parallel dazu steht eine Reihe von Projekten aus den Bereichen Gewerbe und Wohnen an. Damit die Stadtentwicklung zeitnah und nachhaltig gelingen kann, soll das Baudezernat organisatorisch neu geordnet werden.

Die Grundlagen für ein Gesamtkonzept der Stadtentwicklung haben Gemeinderat und Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren geschaffen. Die Schwerpunkte der Stadtentwicklung liegen auf den Bereichen Innenstadt, Gewerbe und Wohnen. Die Anzahl, das Volumen und die Komplexität der geplanten Projekte zeigen, dass die Stadtentwicklung mit den jetzigen Strukturen und Ressourcen nicht zu schaffen ist. „Deshalb gilt es jetzt, die Rahmenbedingungen anzupassen“, sagt Oberbürgermeister Thomas Sprißler. „Für diese Herkulesaufgaben brauchen wir leistungsfähige, schnelle Strukturen und ausreichende Ressourcen“, so der Oberbürgermeister weiter.

Die Verwaltung plant deshalb, das Baudezernat organisatorisch neu zu ordnen. „Nur so können wir die hohe Zahl der Projekte erfolgreich und mit der notwendigen Geschwindigkeit abwickeln“, betont Baubürgermeister Tobias Meigel. „Die Neuorganisation des Baudezernats ist eine zwingende Voraussetzung, wenn wir unsere Stadt in dieser ambitionierten Form voranbringen wollen.“ Ziel ist es, eine urbane, durchmischte und attraktive Innenstadt zu entwickeln. Darüber hinaus gilt es, Wohnraum bedarfsgerecht und an der Stadtentwicklung orientiert zu schaffen und Herrenberg als Arbeits- und Gewerbestandort zu sichern.

Fahrplan Innenstadt
Für den Fahrplan Innenstadt sind die Priorisierung der Projektabfolge und die Finanzie-rungsplanung inzwischen abgeschlossen. Das Stuttgarter Büro Drees & Sommer hat die Stadtverwaltung hierbei unterstützt. Folgende Projekte sind mit höchster zeitlicher Priorität eingestuft und stehen deshalb im Fahrplan in den ersten Jahren an:

•    Neubebauung Areal Ecke Seestraße und Benzstraße: Hier soll ein markantes Wohn- und Geschäftsgebäude als neuer Stadteingang entstehen.
•    Neubebauung Areal Seeländer: Projekt mit Einzelhandel, Wohnen, Gastronomie und Büroflächen, inklusive Umgestaltung der Seestraße, des Seeländer-Platzes und der Maßnahmen zur Freilegung des Aischbaches bzw. des Hochwasserschutzes.
•    Neubebauung Areal Bahnhofstraße (Stabi-Teil 1): Als Nutzungen sind geplant Büro/Gewerbe mit Wohnen, kleinteiligem Einzelhandel und Gastronomie.
•    Neubebauung BayWa-Areal: Hier soll ein lebendiges Innenstadtquartier entstehen mit hochwertigen, modernen Arbeitsplätzen sowie in Ergänzung dazu Wohnen, Gastronomie und Einzelhandel.
•    Schaffung von Parkierungsanlagen zunächst in Kombination von einem Geschäftshaus in der Hindenburgstraße mit integriertem Parkhaus.
•    Bebauung Areal Aischbachstraße (alter Sportplatz neben ehemaligem Freibadgelände): Das Areal soll möglichst bald für eine Wohnnutzung entwickelt werden.


Die Kosten für die 32 Projekte aus dem Fahrplan Innenstadt betragen rund 63 Millionen Euro. Hierfür stellt die Verwaltung von 2021 bis 2027 finanzielle Mittel in Höhe von jährlich rund fünf Millionen bereit. Einige Projekte sollen durch das Land Baden-Württemberg mitfinanziert werden. So könnten 14 Projekte nach Einschätzung von Drees & Sommer mit insgesamt rund 19 Millionen Euro gefördert werden, darunter der Neubau der Verkehrstrasse I3 opt (rund neun Millionen Euro), der Ausbau des Fruchtkastens (rund vier Millionen Euro) sowie viele Projekte, zum Beispiel die Umgestaltung der Seestraße, über die städtebaulichen Bund-/ Länderprogramme der Städtebauförderung (Sanierungsgebiete).

Neuorganisation Dezernat 3

Die geplante Neuorganisation des Dezernats 3 betrifft im Wesentlichen die Personalkapazität, die Entscheidungsstrukturen zwischen Verwaltung und Gemeinderat und die Optimierung der Arbeitsabläufe. Zur Abwicklung der Projekte aus dem Fahrplan Innenstadt und weiterer Projekte der Stadtentwicklung plant die Verwaltung zusätzlich zu ihrem eigenen Personal für sogenannte Peaks Dienstleister für Projektleitungsaufgaben heranzuziehen. Insgesamt sollen sechs Stellen im Baudezernat neu geschaffen und möglichst schnell besetzt werden, darunter zwei Ingenieur- und eineinhalb Assistenzstellen. Für die neuen Stellen stellt die Verwaltung ab 2018 zusätzlich rund 380.000 Euro in das Personalbudget ein. In 2017 sind es insgesamt rund 95.000 Euro Mehrkosten.

Um die Projekte zeitnah realisieren zu können, sollen die Entscheidungs- und Kompetenzstrukturen zwischen Gemeinderat und Verwaltung überprüft und gegebenenfalls neu definiert werden. Zudem möchte die Verwaltung bestehende Arbeitsabläufe und Strukturen verbessern. So sollen Kompetenzen neu verteilt und das Personal im Bereich Projektmanagement weiter geschult werden. Des Weiteren ist geplant, ein ServiceBüroBauen einzurichten, das Stadtplanungsamt in Amt für Stadtentwicklung umzubenennen und den Grundstücksverkehr an die Stadtentwicklung anzugliedern. Dieses Maßnahmenbündel ist die Voraussetzung für eine gelingende Stadtentwicklung. Die benötigten Finanzmittel für die Neuorganisation des Baudezernats sollen im Haushalt finanziert werden.


Ausblick
Am Dienstag, 14. März, erfolgte die Einbringung der Drucksache zum Fahrplan Entwicklung Innenstadt im Technischen Ausschuss; Anfang April folgt dort die Vorberatung über die Pläne der Verwaltung. Ende April geht der Fahrplan Innenstadt zur Beschlussfassung in den Gemeinderat.


Ihr Ansprechpartner für weitere Fragen:
Tobias Meigel
Erster Bürgermeister
Telefon 07032 924-263
E-Mail t.meigel@herrenberg.de